Bayer-Chef gibt sich im Glyphosat-Streit zuversichtlich - Warten auf Supreme Court
Frankfurt, 12. Mai (Reuters) - Trotz uneinheitlicher Signale vom Obersten Gerichtshof der USA im milliardenschweren Glyphosat-Streit zeigt sich Bayer-Chef Bill Anderson zuversichtlich. "Wir hatten den Eindruck, dass unsere Argumente überzeugend dargelegt wurden", sagte er am Dienstag laut Redetext zu der Anhörung vor zwei Wochen. Nun liege es am Supreme Court, ein Urteil zu fällen. Die Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof Ende April hatte an der Börse für Nervosität gesorgt, da sich die Richter in der Frage gespalten zeigten, ob Bundesrecht die Glyphosat-Klagen nach dem Recht einzelner Bundesstaaten ausschließt.
Bayer argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA keine Krebswarnung für den Unkrautvernichter verlange und entsprechende Klagen auf Ebene der Bundesstaaten damit unzulässig seien. Ein Urteil zugunsten der Leverkusener könnte einen Befreiungsschlag in der jahrelangen Klagewelle wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Herbizids bedeuten und sich Analysten zufolge auf rund 80 Prozent der Fälle auswirken. Eine Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet. Bayer sei für alle Ergebnisse vorbereitet, betonte Anderson.
Gleichzeitig versucht der Konzern, über die Politik in den USA regulatorische Klarheit zu schaffen. Dabei räumte der Konzernchef gemischte Ergebnisse ein. Während im Bundesstaat Kentucky ein entsprechendes Gesetz verabschiedet worden sei, habe Bayer bei der Diskussion um das US-Agrargesetzespaket "Farm Bill" auf Bundesebene einen Rückschlag erlitten. Fortschritte gebe es derweil bei dem im Frühjahr vorläufig genehmigten neuen Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar mit Klägerkanzleien. Die Frist für einen möglichen Austritt von Klägern aus der Vereinbarung laufe bis zum 4. Juni, im Juli sei die Anhörung für die finale Genehmigung geplant.
(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

