
Nach einer Stabilisierung zum Wochenauftakt hat der Dax am Dienstag erneut nachgegeben. Die weiter angespannte Lage in Nahost belastet. Die seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe mit dem Iran hält zwar noch, hängt laut US-Präsident Donald Trump jedoch inzwischen am seidenen Faden.
Im frühen Handel büßte der deutsche Leitindex 0,8 Prozent auf 24.165 Punkte ein. In der vergangenen Woche noch hatte Zuversicht über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran den Dax mit etwas über 25.150 Punkten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn getrieben.
Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, gab am Dienstagmorgen um 1,0 Prozent auf 31.135 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,8 Prozent auf 5.847 Punkte.
Die US-Regierung hat den ökonomischen Druck auf den Iran inzwischen weiter verschärft. "Die Situation scheint festgefahren", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners die jüngsten Ereignisse und rechnet mit einem langen Nachhall der Auseinandersetzungen in Nahost für die Börsen und die Weltwirtschaft. "Die Hoffnungen ruhen jetzt darauf, dass China als erfolgreicher Vermittler zwischen den Kriegsparteien agieren wird."
Gewinnmitnahmen bei ThyssenKrupp
Nach Veröffentlichung der Quartalsbilanz von Thyssenkrupp sind die Aktien am Dienstag unter Druck geraten. Mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf gut zehn Euro zählten sie zu den größten Verlierern im MDax. Allerdings waren die Papiere im Vorfeld der Zahlen von Ende März bis Anfang Mai in der Spitze um fast 60 Prozent gestiegen. Anleger dürften nun auch Kursgewinne mitnehmen.
Der bereinigte operative Gewinn auf Konzernebene liege um fast ein Fünftel über der Markterwartung, schrieb Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan. Hier habe vor allem die Sparte Materials Services unerwartet gut abgeschnitten. Schwach sei hingegen der Free Cashflow gewesen. Die Nettobarmittel lägen um 23 Prozent unter seiner Annahme.
Bayer kräftig im Plus
Die Bayer-Aktie war der Lichtblick im Dax mit plus 4,5 Prozent. Gute Geschäfte rund um Soja- und Maissaatgut sowie das laufende Sparprogramm verhalfen zu einem überraschend starken Jahresstart.
Das Papier der Munich Re indes bildete das Schlusslicht mit minus vier Prozent. Am Markt wurde auf dem im Vergleich zur durchschnittlichen Analystenschätzung leicht verfehlten Nettogewinn verwiesen und auch das schwächer als erwartet ausgefallene operative Ergebnis des Rückversicherers.
Unter Gewinnmitnahmen nach einem bisher sehr starken Lauf in diesem Jahr litt der Anteilsschein von Siemens Energy mit minus 1,7 Prozent. Der Energietechnikkonzern will nach einem guten zweiten Geschäftsquartal noch in diesem Geschäftsjahr weitere Mittel an seine Aktionäre fließen lassen, wie er anlässlich der Veröffentlichung endgültiger Zahlen mitteilte.
(Mit Material von dpa-afx)
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