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Raisin
Raisin-Deutschlandchef Matthias Rodenbücher über Zinsen, Wettbewerb und bessere Angebote

„Viele Deutsche verschenken jedes Jahr Tausende Euro an Zinsen“

onvista · Uhr

Die Zinsen sind zurück, doch viele Sparer nutzen die besseren Angebote noch nicht. Warum sich ein Wechsel beim Tagesgeld lohnen kann, wie groß die Unterschiede sind und welche Rolle Plattformen wie Raisin im Wettbewerb spielen, erklärt Matthias Rodenbücher, Country Head DACH der Zinsplattform, im Gespräch mit der onvista Ratgeber-Redaktion.

Quelle: Studio Romantic/ Shutterstock

Attraktive Zinsen sind wieder verfügbar, doch noch immer liegt viel Geld auf Konten mit kaum Rendite. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb um die besten Tagesgeldangebote, auch Plattformen wie Raisin positionieren sich zunehmend stärker im Markt, etwa durch Partnerschaften wie das Sponsoring beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin.

Was das mit dem Sparverhalten der Deutschen zu tun hat, warum sich ein Wechsel beim Tagesgeld jetzt lohnen kann und worauf Anleger achten sollten, erklärt Matthias Rodenbücher, Country Head DACH der Zinsplattform Raisin, im Gespräch mit der onvista Ratgeber-Redaktion.

onvista Ratgeber-Redaktion: Herr Rodenbücher, viele Deutsche lassen ihr Geld noch immer auf schlecht verzinsten Konten liegen. Woran liegt das und wie groß ist der Unterschied, den man mit einem aktiven Zinsvergleich wirklich machen kann?

Matthias Rodenbücher: Das hat vor allem psychologische Gründe. Finanzen sind für viele Menschen ein emotional behaftetes Thema, mit dem sie sich ungern aktiv beschäftigen. Es herrscht oft eine tiefe Verbundenheit zur lokalen Hausbank, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Man kennt die Berater vor Ort und vertraut der Institution.

Doch diese emotionale Verbundenheit ist für die Sparerinnen und Sparer aktuell sehr teuer. Wir beobachten, dass viele Filialbanken die steigenden Marktzinsen nur sehr zögerlich an ihre Kunden weitergeben. Während wir dort derzeit oft Zinssätze im Bereich von 0,25 % bis 0,75 % für Tagesgeldangebote sehen, bieten wir auf unserer Plattform Raisin* Angebote beispielsweise von deutschen oder schwedischen Banken im Bereich von 2,00 %.

Wie groß dieser Unterschied wirklich ist, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel:

Wer 20.000 € für zehn Jahre auf einem Tagesgeldkonto liegen lässt, erzielt bei einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,50 % (inklusive Zinseszins) einen Endbetrag von rund 21.022 €. Nutzt man hingegen ein Angebot von 2,00 %, wächst das Kapital im gleichen Zeitraum auf 24.379 € an.

Die Differenz liegt also bei über 3.000 €. Das ist faktisch eine „Loyalitäts-Steuer“, die Sparer zahlen, wenn sie nicht vergleichen. Bei Raisin* ist es unsere Mission, diesen Prozess so einfach wie möglich zu machen: Einmal registrieren und Zugriff auf die besten Zinsen in ganz Europa erhalten, ohne jedes Mal ein neues Konto eröffnen zu müssen.

onvista Ratgeber-Redaktion: Wo sehen Sie aktuell die größten Veränderungen im deutschen Spar- und Zinsmarkt und wie nachhaltig ist das aktuelle Zinsniveau?

Matthias Rodenbücher: Im aktuellen Marktumfeld beobachten wir zwei unterschiedliche Entwicklungen:

Einerseits gibt es zahlreiche Angebote, die mit hohen Aktionszinsen gezielt um Neukunden werben. Diese sind jedoch meist zeitlich auf drei bis sechs Monate befristet, woraufhin die Verzinsung häufig auf einen deutlich niedrigeren Basiszins sinkt. In der Regel sind solche Konditionen auch an die Nutzung weiterer Produkte, wie beispielsweise die Eröffnung eines Depots oder eines Gehaltskontos, gekoppelt.

Bei Raisin* setzen wir auf ein Modell, das attraktive Konditionen für den Einstieg mit einer langfristigen Zinsstrategie verbindet. Mit unserem StartZins* bieten wir Neukunden ebenfalls einen wettbewerbsfähigen Zinssatz von aktuell 3,5 % p. a. mit 3 Monaten Zinsgarantie. Der entscheidende Punkt ist jedoch die Anschlusslösung: Nach Ablauf dieser Phase unterstützen wir unsere Kunden aktiv dabei, ihr Kapital auf Wunsch nahtlos in unsere regulären Tagesgeldprodukte zu überführen. So ermöglichen wir einen einfachen Übergang zu einer dauerhaft attraktiven Verzinsung, ohne dass Sparer ständig manuell nach neuen Anbietern suchen müssen.

Andererseits sehen wir mit Blick auf das allgemeine Zinsniveau eine deutliche Normalisierung der Zinskurve. Es ist wieder der Regelfall, dass Sparer für längere Laufzeiten – also Festgelder über 12, 24, 36 Monate oder länger – höhere Zinsen erhalten als für täglich verfügbare Einlagen. Die Banken honorieren damit die Planungssicherheit, die ihnen Sparer durch den bewussten Verzicht auf kurzfristige Flexibilität geben. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend zur Belohnung von Planungssicherheit auch in diesem Jahr bestehen bleibt.

Was die Nachhaltigkeit des Zinsniveaus angeht, hat sich das Bild zuletzt gewandelt. Während der Markt zu Jahresbeginn noch eine Seitwärtsbewegung oder leichte Senkungen erwartete, sorgen die aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die damit verbundenen Inflationsrisiken für neue Unsicherheit. Viele Analysten schließen weitere Zinserhöhungen nicht mehr aus, um den Inflationsdruck abzufedern. Für eine gesicherte Prognose ist die Lage noch zu volatil – wir beobachten in den letzten Wochen aber wieder einen klaren Trend zu Zinserhöhungen im Festgeldbereich.

Zins-Offensive für Sparer
3,5 % Zinsen aufs Tagesgeld: Dieses Angebot von Raisin hebt sich jetzt ab26.04.2026 · 20:34 Uhr · onvista
3,5 % Zinsen aufs Tagesgeld: Dieses Angebot von Raisin hebt sich jetzt ab

onvista Ratgeber-Redaktion: Raisin arbeitet mit zahlreichen Partnerbanken in Europa zusammen. Wie funktioniert dieses Modell konkret und welchen Vorteil haben Sparer dadurch gegenüber ihrer Hausbank?

Matthias Rodenbücher: Unser Modell lässt sich am besten als „Ein-Konto-Modell“ beschreiben. In der Vergangenheit hatten Sparer in Deutschland faktisch nur Zugriff auf Angebote ihrer regionalen Hausbank oder des nationalen Marktes. Wir bei Raisin* wollten das grundlegend ändern und den europäischen Binnenmarkt für alle Privatkunden zugänglich machen. Früher war der Weg zu einem attraktiven Zinsprodukt im Ausland nämlich mit enormen bürokratischen Aufwand verbunden: Man musste oft persönlich vor Ort erscheinen, fremdsprachige Dokumente ausfüllen und einen langwierigen Identifizierungsprozess durchlaufen.

Bei Raisin brechen wir diese Barrieren auf. Der Kunde registriert sich einmalig für seinen persönlichen Raisin-Account*. Über diesen Account erhält er Zugang zu seinem zentralen Verrechnungskonto bei unserer hauseigenen Raisin Bank. Von diesem digitalen „Cockpit“ aus kann er mit nur wenigen Klicks hunderte Sparprodukte von über 180 Partnerbanken aus ganz Europa abschließen. Wir übernehmen dabei als Plattform die gesamte Kommunikation und die technische Abwicklung mit den Partnerbanken.

Der Vorteil gegenüber der Hausbank ist dreifach:

  1. Top Zinsen aus ganz Europa: Hausbanken sind oft nur an ihrem lokalen Refinanzierungsbedarf interessiert und bieten entsprechend niedrige Zinsen. Wir hingegen nutzen den europäischen Binnenmarkt. Wenn eine solide Bank in einem anderen EU-Land Kapital benötigt, um dort beispielsweise Kredite zu vergeben, zahlt sie deutlich höhere Zinsen. Wir machen diese Zinsvorteile für deutsche Sparer zugänglich.
  2. Maximale Bequemlichkeit: Während man bei einer Hausbank auf deren eigene (oft schwache) Produkte begrenzt ist, bietet Raisin* die Flexibilität eines Marktplatzes. Wenn ein Festgeld ausläuft, kann das Kapital sofort in ein neues Top-Angebot einer anderen Bank reinvestiert werden – ohne neue Identitätsprüfung oder aufwändige Kontoeröffnung.
  3. Sicherheit ohne Kompromisse: Viele Sparer sorgen sich bei ausländischen Banken um die Sicherheit. Hier ist unsere Botschaft klar: Jede Partnerbank, die wir auf unsere Plattform lassen, unterliegt der EU-weit harmonisierten Einlagensicherung. Das bedeutet, dass Einlagen bis zu 100.000 € pro Bank und Kunde gesetzlich geschützt sind – nach denselben Standards wie bei einer deutschen Bank.

Kurz gesagt: Wir bieten die Sicherheit und den Komfort einer vertrauten Plattform, kombiniert mit der Renditestärke des gesamten europäischen Bankenmarktes.

Darüber hinaus hören wir beim Sparen nicht auf: Da wir unsere Kunden ganzheitlich beim Vermögensaufbau unterstützen möchten, haben wir unser Angebot längst um kosteneffiziente ETF-Portfolios und digitale Lösungen für die Altersvorsorge erweitert. So wird Raisin* zur zentralen Anlaufstelle für die gesamte private Finanzplanung.

onvista Ratgeber-Redaktion: Viele Angebote kommen von Banken aus dem europäischen Ausland. Wie sicher sind diese Angebote und was sollten Sparer zur Einlagensicherung wissen?

Matthias Rodenbücher: Sicherheit hat bei uns oberste Priorität. Alle Partnerbanken auf unserer deutschen Plattform unterliegen den harmonisierten Richtlinien der EU-Einlagensicherung. Das bedeutet: Einlagen sind bis zu 100.000 € pro Bank und Kunde gesetzlich geschützt – nach denselben Mindeststandards wie in Deutschland.

Ein wesentlicher Vorteil für unsere Kunden ist dabei die Transparenz. Wir bündeln die Informationen zu den jeweiligen nationalen Sicherungssystemen an einer zentralen Stelle in deutscher Sprache. Sparer können so informierte Entscheidungen treffen und von den Zinsvorteilen in Europa profitieren, während sie sich gleichzeitig auf einen staatenübergreifend verbindlichen Rechtsrahmen verlassen können. Innerhalb der EU ist die Sicherheit von Spareinlagen ein hohes Gut, das durch eine starke, harmonisierte Gesetzgebung geschützt ist.

onvista Ratgeber-Redaktion: Oft herrscht die Vorstellung vor, auf Zinsplattformen fänden sich primär kleinere, unbekannte Institute. Wer sind eigentlich Ihre Partner und wie präsent ist der deutsche Bankensektor auf Raisin?

Matthias Rodenbücher: Das ist ein wichtiger Punkt, denn die Qualität und Breite unseres Netzwerks hat sich in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt. Auf unserer Plattform in Deutschland sind mittlerweile über 170 Bankpartner aktiv. Das Spektrum reicht dabei von globalen Schwergewichten bis hin zu hochspezialisierten regionalen Instituten.

Wir arbeiten heute mit einigen der größten und renommiertesten Banken der Welt zusammen, darunter Namen wie Morgan Stanley, Standard Chartered oder die UniCredit. Dass solche Institutionen unser Modell nutzen, unterstreicht die Relevanz von Raisin* als effizienten Kanal für die Einlagenakquise.

Besonders stolz sind wir aber auch auf die starke Verankerung im deutschen Markt. Unter unseren Partnern finden sich zahlreiche deutsche Institute, darunter regionale Volksbanken, Mitglieder der Sparkassen-Finanzgruppe sowie etablierte Spezialbanken wie die pbb (Deutsche Pfandbriefbank), die Aareal Bank, die Oldenburgische Landesbank (OLB) oder CreditPlus.

Für den Sparer bedeutet das: Er hat bei uns die absolute Wahlfreiheit. Er kann sein Portfolio über verschiedene Länder und Bankentypen hinweg diversifizieren und dabei eben auch gezielt auf vertraute deutsche Marken setzen, ohne auf die Bequemlichkeit unseres digitalen „Ein-Konto-Modells“ verzichten zu müssen.

onvista Ratgeber-Redaktion: In einem Markt, in dem Vertrauen die wichtigste Währung ist: Wie wichtig ist für Raisin der Markenaufbau, etwa durch Ihre aktuelle Kampagne oder das Engagement im Spitzensport?

Matthias Rodenbücher: Markenaufbau ist für uns weit mehr als nur Sichtbarkeit; es geht darum, Vertrauen und Nahbarkeit bei einem oft als trocken empfundenen Thema zu schaffen. Als Deutschlands größte Zinsplattform ist es unser Anspruch, das Thema Sparen positiv zu besetzen.

Unsere aktuelle Markenkampagne unter dem Motto „Oh wie zinst das schön“ ist dafür ein perfektes Beispiel. Wir wollen zeigen, dass eine kluge Finanzentscheidung Freude machen kann, weil sie greifbare Ergebnisse liefert. Wir holen das Thema Zinsen aus der abstrakten Bankenwelt direkt in den Alltag der Menschen.

Diese Strategie der Präsenz setzen wir auch im Sport fort. Als Hauptsponsor des 1. FC Union Berlin besetzen wir eine Bühne, die von Beharrlichkeit, Fairness und Teamgeist geprägt ist – Werte, die hervorragend zu Raisin* passen. Wir wollen dort sein, wo unsere Kunden sind, und als verlässlicher Partner wahrgenommen werden.

Doch eine starke Marke muss auch inhaltlich liefern. Für uns bedeutet das, alle Bedürfnisse unserer Kunden rund um das Sparen und Investieren abzudecken. Für uns ist es wichtig, dass der Kunde bei uns nicht nur das beste Tages- oder Festgeld findet, sondern eine ganzheitliche Plattform für den Vermögensaufbau. Deshalb investieren wir massiv in die Weiterentwicklung unserer Investment-Lösungen und digitalen Altersvorsorgeprodukte. Unser Ziel ist es, dass Sparer bei Raisin* für jede Lebensphase und jede Risikopräferenz die passende Lösung finden – einfach, transparent und aus einer Hand.

onvista Ratgeber-Redaktion: Mit Angeboten wie dem Kinderdepot sprechen Sie neue Zielgruppen an. Worin unterscheidet sich Ihr Ansatz von klassischen Kinderdepots und was ist aus Ihrer Sicht der größte Mehrwert für Sparer?

Matthias Rodenbücher: Das Kinderdepot* ist für uns ein strategisch wichtiges Thema, da der langfristige Vermögensaufbau für die nächste Generation oft an unnötigen Hürden scheitert. Unser Ansatz unterscheidet sich von klassischen Banklösungen oder den Angeboten der Neobroker vor allem durch die Kombination aus maximaler Steuerintelligenz und vollautomatisierter Verwaltung.

Der größte Mehrwert für Eltern und Großeltern liegt in zwei Bereichen:

  1. Der enorme steuerliche Hebel: Während die meisten Sparer wissen, dass jedem Kind ein eigener Sparerpauschbetrag von 1.000 € zusteht, bleibt ein viel mächtigeres Werkzeug oft ungenutzt: der allgemeine Grundfreibetrag. Zusammen mit weiteren Pauschbeträgen können für ein Kind jährlich Kapitalerträge von über 13.000 € faktisch steuerfrei vereinnahmt werden. Wir helfen unseren Kunden dabei, diesen Spielraum durch eine steuerlich optimales Rebalancing aktiv zu nutzen. Das ist ein massiver Renditevorteil gegenüber Depots, die auf den Namen der Eltern laufen.
  2. Full-Service als Vermögensverwalter: Bei klassischen Kinderdepots müssen sich Eltern oft selbst um die Auswahl der ETFs und das notwendige Rebalancing kümmern. Wir agieren hier als digitaler Vermögensverwalter. Das heißt: Die Kunden legen einmalig die Investmentstrategie fest, und wir übernehmen den Rest – vom jährlichen Rebalancing bis hin zur automatisierten Steueroptimierung (beispielsweise durch das Realisieren von Gewinnen innerhalb der Freibeträge).

Das Entscheidende dabei ist die Kostenstruktur: Wir bieten diesen vollumfänglichen Management-Service zu Konditionen an, die sich im Rahmen eines regulären, selbstverwalteten ETF-Portfolios bewegen. Wir nehmen den Eltern also die Komplexität und den Zeitaufwand ab, ohne dass dies zu Lasten der langfristigen Rendite geht. So wird professioneller Vermögensaufbau für die nächste Generation endlich massentauglich.

onvista Ratgeber-Redaktion: Herr Rodenbücher, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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