Dax eröffnet über 24.000 Punkten - Allianz überrascht mit Zahlen

Der Dax hat sich zur Wochenmitte von den Verlusten des Vortages erholt. Dabei eroberte der Leitindex auch die Marke von 24.000 Punkten zurück, die am Dienstag verloren ging. Konkret legte der Dax am Mittwochmorgen 0,9 Prozent auf 24.160 Punkte zu.
In der vergangenen Woche noch hatte Zuversicht über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran den Dax mit etwas über 25.150 Punkten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn getrieben. Mit deren Verflüchtigung hatten sich auch die Erholungsgewinne wieder aufgelöst.
Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, gewann am Morgen 1,1 Prozent auf 31.360 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,6 Prozent.
Topthema ist der Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in China. Laut Marktexperte Jochen Stanzl von der Consorsbank ist es "das meistbeachtete Ereignis". Vordergründig gehe es um den Handel, denn Trump reise mit dem "Who's Who der amerikanischen Wirtschaft" nach Peking, schrieb er. Der Besuch werde jedoch vom Iran-Krieg überschattet. Der innenpolitische Druck auf Trump, den Krieg zu beenden, sei angesichts der zuletzt hohen Inflation nochmals gewachsen. "Ob er die Antworten darauf allerdings in Peking finden wird, ist fraglich."
Siemens fallen nach Zahlen, Allianz mit Rekordzahlen
Bei den Einzelwerten waren es erneut Quartalsberichte, die Bewegungen auslösten. Im Dax fielen Siemens-Aktien um 1,6 Prozent, trotz solider Zahlen. Die Aufträge des Technologiekonzerns im Bereich Industrieautomatisierung (DI) fielen laut dem Analysehaus Jefferies im Vergleich zu den zuletzt gestiegenen Investorenerwartungen etwas schwächer aus. Die Aufträge im Bereich Rechenzentren (DC) hätten dagegen mit einem Wachstum von über 150 Prozent über den Erwartungen gelegen, was zu einem Übertreffen der Aufträge im Bereich Smart Infrastructure (SI) um 35 Prozent geführt habe.
Ein überraschend starker Jahresstart des Allianz-Konzerns bescherte der Aktie des Versicherers Gewinne. Das Papier, das sich vor einer Woche seinem Rekordhoch im April von 397 Euro wieder deutlich angenähert, dann aber spürbar nachgegeben hatte, legte um 1,6 Prozent auf 374 Euro zu.
Charttechnisch gesehen überwand es damit viel beachtete Widerstände, denn bei rund 370 Euro und bei 373,30 Euro verlaufen mit der 50- und der 90-Tage-Durchschnittslinie wichtige Signalgeber für den mittelfristigen Trend.
Die US-Bank JPMorgan sieht den Versicherer auf "gutem Weg zu den Jahreszielen". Analyst Philip Kett von Jefferies hob vor allem den rekordhohen operativen Gewinn auf Konzernebene und im Nicht-Lebensversicherungsbereich hervor. Zwar dürfte nun die Nachhaltigkeit dieser Ergebnisse in den Fokus rücken, doch erst einmal rechnet er damit, dass der Markt positiv auf das Zahlenwerk reagieren wird.
Telekom und Eon legen nach Zahlen zu
Im Dax legten zudem die Deutsche Telekom und Eon Zahlen vor. Beim Versorger stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ber Ebitda) stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss verbesserte sich um sieben Prozent auf gut 1,3 Milliarden Euro. Die Jahresprognose bestätigten die Essener, ebenso wie die mittelfristigen Ziele bis 2030. Die Aktie stieg um fast drei Prozent.
Die Telekom wiederum profitierte erneut von einer starken Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US und hob den Gewinnausblick für das Gesamtjahr leicht an. Die Aktien verbesserten sich im frühen Handel um 1,4 Prozent.
Beim operativen Ergebnis (Ebitda AL) erwartet Telekom-Chef Tim Höttges nun auf Basis konstanter Wechselkurse einen Wert von rund 47,5 Milliarden Euro, beim freien Mittelzufluss (Free Cashflow AL) sollen es nun mehr als 19,8 Milliarden Euro werden, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Bonn mitteilte. Zuvor standen hier noch 47,4 Milliarden Euro beim operativen Ergebnis und rund 19,8 Milliarden beim Zahlungsmittelfluss auf dem Zettel. Grund ist, dass die US-Tochter ihre Prognose zuvor auch leicht erhöht hatte.
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(mit Material von dpa-AFX)


