
Der Dax hat sich am Mittwoch etwas von seinen deutlichen Vortagsverlusten erholt. Im Fokus stand neben einer erneuten Flut von Unternehmenszahlen die Ankunft von US-Präsident Donald Trump in China. Die Marktteilnehmer hoffen angesichts des Staatsbesuchs auf eine mögliche Vermittlungsrolle Chinas in den stockenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Negativ aufgenommene US-Inflationsdaten bremsten am Nachmittag allerdings die Kaufbereitschaft. Gleich zum Börsenstart eroberte der deutsche Leitindex die Marke von 24.000 Punkten zurück, unter die er am Vortag abgesackt war. Nach Kursgewinnen von bis zu 1,1 Prozent reichte es am Ende noch für ein Plus von 0,8 Prozent auf 24.137 Zählern. Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, stieg um 1,3 Prozent auf 31.400 Punkte.
Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,9 Prozent hoch. Auch in Zürich und London zogen die Kurse an. Derweil fanden die wichtigsten US-Indizes zum europäischen Handelsende keine gemeinsame Richtung.
Vergangene Woche hatten Hoffnungen auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran den Dax bis auf 25.152 Punkte klettern lassen. Fehlende Fortschritte bei den Verhandlungen sorgten dann aber schnell wieder für Ernüchterung.
Merck hebt Prognose nach starkem Quartal an
Hierzulande dreht sich derweil alles um die Quartalsberichte aus Dax, MDax und SDax. Im Leitindex zählte Merck zu den besten Werten mit plus sieben Prozent. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemie-Konzern trotzte starken negativen Wechselkurs-Effekten und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten und verdiente operativ mehr als erwartet.
Entsprechend hob der neue Konzernchef Kai Beckmann die Prognose an. Zugleich hält er an den noch von seiner Vorgängerin Belen Garijo verabschiedeten Mittelfristzielen fest.
Iran-Krieg belastet Bilfinger – Jenoptik gefragt
Im MDax ragte die Aktie von Bilfinger mit 6,8 Prozent Minus als einer der Index-Schlusslichter heraus. Der Industrie-Dienstleister Bilfinger bekam im ersten Quartal wegen des Iran-Kriegs die Zurückhaltung seiner Kunden zu spüren und meldete einen rückläufigen Auftragseingang.
"Das erste Quartal war geprägt von saisonalen Effekten und geopolitischen Spannungen", sagte Unternehmenschef Thomas Schulz am Mittwoch zur Vorlage der Geschäftszahlen laut Mitteilung. Der Vorstand rechne für die zweite Jahreshälfte mit einer Belebung der Nachfrage. Die Ziele für 2026 wurden bestätigt. Bei Investoren kamen die Aussagen schlecht an.
Auf der anderen Seite stand Jenoptik mit gut 12,8 Prozent Plus. Die Aktie des Optoelektronik-Unternehmens Jenoptik wurde von Anschlusskäufen nach starken Quartalszahlen am Vortag auf ein nächstes Rekordhoch bei knapp unter 44 Euro getrieben.
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(mit Material von dpa-AFX)



