Iran-Krieg dämpft Wachstum des Reisekonzerns TUI

Reuters · Uhr
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(TUI präzisiert im ⁠vorletzten Satz des 3. Absatzes: Ausschließlich externe Flugkapazität reduziert)

Frankfurt, 13. Mai (Reuters) - Die Effekte des Iran-Kriegs auf den Tourismus bringen den Reisekonzern TUI um steigenden Gewinn in diesem Jahr. Ohne die Belastungen durch den Konflikt wäre das Ergebnis im ersten Halbjahr noch besser ausgefallen. "Uns ist die Sahne vom Kuchen genommen worden", sagte TUI-Chef Sebastian Ebel am Mittwoch. Der Ausbruch des ‌Krieges Ende Februar mit der seither blockierten Straße von Hormus verursachte Kosten für Rückholaktionen von Nahost-Urlaubern, zum Beispiel von zwei wochenlang in Doha und Dubai gestrandeten TUI-Kreuzfahrtschiffen. Die Konsumstimmung sei deutlich eingetrübt. TUI bekräftigte deshalb die ⁠im April gesenkte ⁠Gewinnprognose. Statt bis zu zehn Prozent Wachstum erwartet der Konzern das Betriebsergebnis maximal auf Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro oder einen Rückgang auf bis zu 1,1 Milliarden Euro.

Der Reisekonzern konnte im zweiten Quartal des bis September laufenden Geschäftsjahres trotz Belastungen durch den Iran-Krieg den saisonal üblichen Verlust drücken. Von Januar bis März verbesserte TUI das bereinigte Betriebsergebnis um 19 Millionen Euro oder rund neun Prozent auf einen Fehlbetrag von 188 Millionen Euro.

Die Verbraucher zögerten ‌und buchten kurzfristiger, erklärte TUI. Die Auslastung von Hotels und Resorts liege ‌im zweiten Halbjahr sechs Prozentpunkte unter Vorjahr, die Preise seien jedoch vier Prozent höher. Neben dem Iran-Krieg dämpften die Nachwirkungen eines Hurrikans auf Jamaika Ende letzten Jahres und die schwindende Nachfrage der US-Amerikaner nach Mexiko-Reisen, nachdem es dort Anfang des Jahres ⁠zu Militärschlägen gegen Drogenkartelle gekommen war. Der gebuchte Umsatz für den Sommer war Anfang Mai sieben Prozent niedriger als ‌vor Jahresfrist. TUI nahm wegen schwächerer Nachfrage vier bis fünf ⁠Prozent der extern eingekauften Flugkapazitäten heraus. Kreuzfahrten bleiben trotz der zeitweise für die Kunden unangenehmen Lage auf den beiden Schiffen am Golf gefragt.

KEIN KEROSINMANGEL ERWARTET

Reisebüros und Reiseveranstalter werden skeptisch, wie das Ifo-Institut am sinkenden Geschäftsklima in der Branche abliest. Die Diskussion über mögliche Engpässe sorge für Verunsicherung, erklärte Ifo-Branchenexperte Patrick ‌Höppner. Durch den Ausfall der Öllieferungen aus den Golfstaaten fehlen ⁠dem Markt derzeit 20 bis 25 Prozent Kerosin. ⁠Der internationale Airline-Verband IATA warnte, ab Juni könne Kerosin knapp werden und die Airlines zu Flugstreichungen zwingen.

TUI-Chef Ebel nannte solche Warnungen sehr erstaunlich. "Es gibt gar keine Indikation dafür." Andere Lieferländer seien in die Lücke gesprungen, es gebe Lagerbestände. Gleichzeitig sei die Ölnachfrage aufgrund der gestiegenen Preise gesunken. "Wir gehen davon aus, dass wir keinen Engpass haben werden", betonte er.

TUI selbst hat sich eigenen Angaben zufolge gegen einen Preisanstieg von Kerosin mit Termingeschäften abgesichert - im Sommer gelte das für 85 Prozent des Bedarfs, im Winter für rund 60 Prozent. Urlauber meiden wegen des Krieges Ferienziele am östlichen Mittelmeer wie die Türkei, Zypern und Ägypten. Unterdessen sind die Sonnenziele im Westen - ⁠vor allem Spanien, Portugal und Italien - stark gefragt. Entsprechend erwartet der TUI-Chef höhere Preise im Westen und günstigere Angebote im Osten.

(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Myria Mildenberger and Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung ‌unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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