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Telekom setzt große Hoffnungen auf KI-Cloud

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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⁠Die Deutsche Telekom verspricht sich durch Künstliche Intelligenz (KI) zusätzliches Wachstum. Konzernchef Tim Höttges bezeichnete diese Technologie auf einer Pressekonferenz am Mittwoch als "Geschenk". Sie verbessere die Wettbewerbsfähigkeit und helfe dabei, bei der Softwareentwicklung den Rückstand zu US-Anbietern zu verringern. Gelegentlich würden neue Programme fertiggestellt, bevor der interne Genehmigungsprozess abgeschlossen sei.

Gleichzeitig steige der Bedarf an ‌Rechenkapazitäten, betonte Höttges. Daher denke er über eine Erweiterung der vor einigen Monaten in Betrieb genommenen KI-Cloud in München nach. Die Anlage sei aktuell etwa zur Hälfte ausgelastet. Die Nvidia-Hochleistungsprozessoren vom Typ "Blackwell" ⁠seien komplett ausgebucht. ⁠Er verhandele daher mit dem US-Chipkonzern über Nachschub.

Die Nachfrage steige in sämtlichen Bereichen: dem Mittelstand, dem öffentlichen Sektor und den Großkonzernen. Um der wachsenden Bedeutung Künstlicher Intelligenz (KI) Rechnung zu tragen, wolle die Telekom am 5. Oktober diesem Thema einen eigenen Kapitalmarkttag widmen.

"Die Telekom entwickelt sich zum Anbieter souveräner KI-Kapazität für Industrie und Verwaltung", kommentierte Marcel Tietjen, Technologie-Experte der Beratungsfirma BearingPoint. "Damit besetzt sie ein Feld, in dem ‌geopolitische Unabhängigkeit künftig genauso entscheidend wird wie Bandbreite."

Telekom zieht nach Prognoseanhebung von T-Mobile nach

Ein weiterer Wachstumstreiber für die Telekom ist T-Mobile. Nach einer Prognoseanhebung der US-Tochter schraubte auch der Bonner Konzern seine Jahresziele leicht nach oben. Zudem stützte das florierende US-Geschäft die Ergebnisse für das erste Quartal, ⁠die knapp über den Erwartungen ausfielen. "Weitgehend unbeeindruckt von den Ereignissen rund um den Globus läuft unser Geschäft stabil", ‌betonte Höttges.

T-Mobile verbuchte in den ersten drei Monaten ⁠2026 prozentual zweistellige Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn. Die Telekom steigerte ihre Gesamterlöse im gleichen Zeitraum um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro und das bereinigte Betriebsergebnis um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.

Für 2026 peilt sie bei Letzterem einen Wert von 47,5 ‌statt 47,4 Milliarden Euro an. DZ Bank-Analyst Karsten Oblinger ⁠bezeichnete die vorgelegten Zahlen als solide. Die Telekom-Aktie ⁠stieg um zwei Prozent.

Rätselraten um Fusion Telekom/T-Mobile

Zu einer möglichen Fusion mit T-Mobile wollte sich Höttges am Mittwoch nicht äußern. Insidern zufolge könnten die beiden Unternehmen in einer neuen Holding aufgehen. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 400 Milliarden Euro wäre dies die weltweit größte Verschmelzung zweier börsennotierter Unternehmen. Zudem entstünde gemessen am Börsenwert ein weltweiter Branchenprimus.

Mit einer solchen Transaktion würde sich die Telekom finanziellen Spielraum für künftige Übernahmen verschaffen, sagen Experten. Vor allem bei Zukäufen in den USA bestünde dann keine Gefahr mehr, dass die Beteiligung an T-Mobile von derzeit etwa 53 Prozent unter die Marke von 50 ⁠Prozent rutsche. Bei Anlegern stoßen diese unbestätigten Überlegungen bislang auf wenig Gegenliebe.

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