Produktion in energieintensiver Industrie seit 2022 um ein Siebtel eingebrochen

Reuters · Uhr
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Berlin, 15. ⁠Mai (Reuters) - Die Produktion in der energieintensiven Industrie in Deutschland ist seit Beginn des Ukraine-Krieges überdurchschnittlich stark eingebrochen. Von Februar 2022 bis März 2026 sank sie um 15,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt ‌am Freitag mitteilte. Damit fiel der Rückgang in diesen Branchen erheblich stärker aus als in der gesamten Industrie, wo die ⁠Produktion um ⁠9,5 Prozent zurückging.

Zu den energieintensiven Branchen zählen die chemische Industrie, die Metallerzeugung und -verarbeitung, die Herstellung von Glas, Glaswaren und Keramik, die Papierindustrie sowie die Mineralölverarbeitung. "Der Energiebedarf dieser Branchen ist im Verhältnis zu ihrer Bruttowertschöpfung besonders hoch", erklärten die Statistiker.

Den Daten ‌zufolge fiel der Produktionsrückgang im Bereich Glas, ‌Keramik und Steine mit einem Minus von 25,0 Prozent am deutlichsten aus. Auch die Papierindustrie (minus 18,5 Prozent) und die chemische Industrie (minus 18,1 ⁠Prozent) verzeichneten starke Einbußen. Eine Ausnahme bilde die Mineralölverarbeitung, hieß es ‌weiter. Hier stieg die Produktion im ⁠selben Zeitraum um 24,6 Prozent.

Der Produktionsrückgang schlug sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Die Zahl der Beschäftigten in der energieintensiven Industrie sank um 6,3 Prozent auf 794.400. ‌Das waren 53.300 Personen weniger ⁠als im Februar 2022. Den größten ⁠anteiligen Stellenabbau gab es in der Papierindustrie mit minus 8,6 Prozent. Einzig die Mineralölverarbeitung verzeichnete einen Zuwachs von 5,8 Prozent oder 1000 Beschäftigten.

Die energieintensiven Branchen benötigten im Jahr 2024 zusammen 75,6 Prozent der insgesamt in der Industrie verbrauchten Energie. Der größte Verbraucher war die chemische Industrie mit einem Anteil von 27,9 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs, gefolgt von der Metallerzeugung und -bearbeitung (23,7 ⁠Prozent) sowie der Mineralölverarbeitung (10,7 Prozent).

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Sabine Ehrhardt - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‌berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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