
Der Dax hat zum Auftakt der neuen Börsenwoche stark zugelegt. Nachdem der deutsche Leitindex am Freitag rund zwei Prozent verloren hatte, holte er am Montag 1,49 Prozent auf 24.307 Punkte auf.
Das Thema des Tages waren zunächst wieder schärfere Töne zwischen dem Iran und den USA. Laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets wurden davon getriebene Kurse unter 24.000 Punkten schon am Vormittag zu "Schnäppchenkäufen" genutzt. Ins Plus vordringen konnte der Dax dann wegen Meldungen, wonach wohl weitere Lösungsideen ausgetauscht werden. Unter anderem soll die US-Seite iranischen Medien zufolge dazu bereit sein, Ölsanktionen gegen den Iran vorübergehend zu lockern.
Während es der Dax schon am Vormittag ins Plus schaffte, brauchten andere Indizes dafür etwas länger. Der MDax schaffte es aber auch mit 0,24 Prozent ins Plus auf 31.440 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 um 0,36 Prozent zulegte.
Infineon stark, Rheinmetall erholt
Lipkow verwies im Dax auf bestimmte Werte als Stütze, darunter der Chipkonzern Infineon mit rund einem Prozent Plus. Mit der Aktie spielten Anleger weiter das KI-Thema, genauso wie mit dem Energietechnik-Konzern Siemens Energy, dessen Aktien zuletzt allerdings nur minimal oberhalb der Nulllinie rangierten. Im MDax und SDax kamen die Spitzenreiter mit Nordex und SMA Solar jeweils aus dem Energietechnikbereich.
Ein Erholungsversuch bei Rheinmetall nahm nach einer Kaufempfehlung der Citigroup mit mehr als vier Prozent Plus Formen an. Die US-Bank hält den Rücksetzer bei dem Rüstungskonzern für übertrieben, zumal ein Friedensabkommen im Krieg zwischen der Ukraine und Russland mit gegenseitigen Angriffen unwahrscheinlich bleibt. Bedenken an der Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben hat der Experte Charles Armitage zumindest nicht in Deutschland.
Schwäche zeigten im Dax die Autowerte. Die Titel von Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen blieben mit bis zu einem Prozent im Minus. Für Mollstimmung sorgte, dass die Wirtschaft im wichtigen Absatzmarkt China im April deutlich an Schwung verloren hat. Wichtige Konjunkturdaten enttäuschten.
Im MDax fielen die 5,4 Prozent höheren Sartorius-Titel dagegen positiv auf. Bei dem Laborausrüster sorgte ein Bericht im "Wall Street Journal" für Gesprächsstoff, wonach der Investor Elliott beim Sartorius-Großaktionär Bio-Rad eingestiegen ist. Damit würde ein Geflecht von Beteiligungen entstehen, weil Elliott selbst auch bei Sartorius im Boot ist.
Verluste verbuchten mussten Anleger der Commerzbank. Hier ging es um 1,7 Prozent bergab, nachdem Analysten von Keefe Bruyette & Woods nach gutem Lauf ihr optimistisches Votum einkassierten, das erst zwei Monate alt war. Kursseitig kaum für Bewegung sorgte, dass das Finanzinstitut ein Übernahmeangebot der italienischen Unicredit als unattraktiv zurückweist.
Gold rührt sich kaum von der Stelle
Der Euro profitierte ebenfalls von den neuen Friedenshoffnungen. Der Kurs des Euro hat am Montag zugelegt. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1645 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro knapp über 1,16 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1648 (Freitag: 1,1628) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8585 (0,8599) Euro.
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Die am Nachmittag gesunkenen Ölpreise stützten den Euro ebenfalls. Belastet wurden diese durch Spekulationen auf eine Annäherung zwischen dem Iran und den USA. Ein iranisches Medienunternehmen berichtete, die Vereinigten Staaten hätten eine vorübergehende Aussetzung der Sanktionen gegen das iranische Öl vorgeschlagen. Dies war eine zentrale Forderung Teherans für die Zustimmung zu einem Friedensabkommen und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Es gibt allerdings noch keine Bestätigung durch die US-Regierung.
Gold bewegte sich indes kaum. Zuletzt stieg der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) um minimale 0,06 Prozent auf 4.539 US-Dollar. In Euro ging es leicht nach unten. In den vergangenen Wochen hatte sich Gold oft parallel zu den Börsen bewegt, obwohl das Edelmetall als Krisenwährung von der unsicheren geopolitischen Lage profitieren sollte. Die Erholung der Börsen am Montag machten die Kurse des Edelmetalls jedoch nicht mit.
Zwischenzeitliche Gewinne sind zudem wieder verloren gegangen. Gold notiert aktuell praktisch auf dem Kursniveau von Ende März, nachdem eine erste Erholungsbewegung nach Beginn des Iran-Kriegs eingesetzt hatte.
(mit Material von dpa-AFX)


