Thyssenkrupp schließt US-Werk - Umbau von Automotive-Sparte
Frankfurt, 18. Mai (Reuters) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt den Umbau seiner Autozuliefer-Sparte weiter voran und schließt ein Werk in den USA. Die Produktion am Standort Terre Haute im Bundesstaat Indiana solle bis spätestens Ende März 2027 eingestellt werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Davon seien rund 230 Mitarbeiter betroffen. Die Herstellung von Fahrgestellen solle künftig am Standort Hamilton in Ohio gebündelt werden, der als Produktionsbasis weiterentwickelt und personell gestärkt werden soll. "Die Automobilindustrie verändert sich tiefgreifend", sagte Viktor Molnar, operativer Chef von Thyssenkrupp Automotive Technology. "Kundenanforderungen, Volumenentwicklungen und Kostenstrukturen erfordern schlankere, fokussiertere und leistungsfähigere Produktionsstrukturen." Dem Konzern zufolge bleibt Nordamerika für die Sparte mit einem zuletzt erzielten Jahresumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro ein wichtiger Markt.
Die Schließung ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung des Autoteile-Geschäfts. Thyssenkrupp hatte im Juni 2025 angekündigt, die Sparte neu zu strukturieren, um sie in den kommenden Jahren kapitalmarktfähig zu machen. Zuvor war bereits der Abbau von rund 1800 Arbeitsplätzen beschlossen worden, um die Kosten um mehr als 150 Millionen Euro zu senken. Im Zuge des Umbaus trennt sich der Konzern auch von Randbereichen. So wurde im November der Verkauf von Teilen des Anlagenbauers Thyssenkrupp Automation Engineering an das Münchener Robotik-Unternehmen Agile Robots vereinbart.
(Bericht von Philipp Krach, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

