
Der Dax hat am Dienstag an die Gewinne zum Wochenauftakt angeknüpft, einen Teil des Zuwachses angesichts schwacher US-Börsen im Handelsverlauf aber wieder verloren. Bis zum Handelsschluss blieb so ein Plus von 0,38 Prozent auf 24.400 Punkte. Kurstreiber war, dass US-Präsident Donald Trump einen geplanten Angriff auf den Iran vertagte. Am Montag hatten Hoffnungen auf neue Verhandlungen die Börsen gestützt. Unterdessen kam es in der zweiten Reihe zu Verlusten: Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten gab dagegen um 0,34 Prozent auf 31.331 Punkte nach.
Am Vorabend ließ Trump verlauten, dass er einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran auf Bitten mehrerer Golfstaaten vorerst abgesagt habe. Es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb der US-Präsident auf der Plattform Truth Social. Allerdings haben mehrere Golfstaaten-Vertreter dem "Wall Street Journal" zufolge erklärt, ihnen sei der von Trump erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf den Iran nicht bekannt.
"Dass dieser Konflikt heute nicht durch einen neuen Militärschlag eskaliert, ist ganz klar positiv zu bewerten", kommentierte der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Auch die Ölpreise kamen wieder etwas von ihrem hohen Niveau zurück. Ob es hinter den Kulissen tatsächlich Annäherungen zwischen den USA und dem Iran gebe, darüber kann aber laut Altmann nur spekuliert werden.
Gewinnmitnahmen bei beliebten Aktien
Am Dienstag waren Werte gefragt, die zuletzt abgestoßen wurden, darunter neben Rüstungs- auch viele Softwareaktien. Aus dem Rüstungsbereich setzten die Rheinmetall-Aktien ihre jüngste Erholung mit einem Anstieg um 3,3 Prozent fort. Aus dem Softwarebereich verbuchten die Titel von SAP, Nemetschek und Atoss Software Gewinne zwischen 6,7 und 14,3 Prozent.
Umgekehrt gab es Gewinnmitnahmen bei zuletzt gut gelaufenen Werten aus den Bereichen Halbleiter, Chemie und Solartechnologie. Beim Chipkonzern Infineon machte sich dies mit einem Abschlag von 2,3 Prozent bemerkbar. Titel von SMA Solar büßten mehr als neun Prozent ein, nachdem sich der Kurs 2026 zuletzt verdoppelt hatte.
Mit den finalen Zahlen der Hornbach Holding gab es einen Nachzügler der Berichtssaison. Der Baumarktkonzern gab wegen anhaltenden Kostendrucks einen verhaltenen Ausblick ab. Mit einem Anstieg um 1,3 Prozent goutierten es die Anleger aber, dass es ermutigende Aussagen zum Start in die Frühjahrssaison gab.
Im MDax gehörten Knorr-Bremse mit plus einem Prozent nach einer Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup zum erweiterten Gewinnerkreis. Nach ihrer jüngsten Schwäche wirkten die Titel nun günstig für ein so starkes Unternehmen aus dem Investitionsgütersektor, argumentierte Vivek Midha.
Mächtig unter Druck gerieten dagegen die Titel von Ottobock, da der Prothesenhersteller just am Tag der Hauptversammlung vom Leerverkäufer Grizzly Research mit einem negativen Report konfrontiert wird. Der Kurs litt darunter mit knapp elf Prozent Minus.
Euro und Gold schwächer
Der Kurs des Euro fiel aufgrund der Unsicherheit um den Konflikt im Nahen Osten unter die Marke von 1,16 US-Dollar. Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1595 Dollar. Im frühen Handel hatte sie noch rund einen halben Cent höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1620 (Montag: 1,1648) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8605 (0,8585) Euro.
Der Preis für Gold sackte wieder ab. Zum Handelsschluss in Frankfurt fiel der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) um 1,8 Prozent auf 4.499 US-Dollar. Das Minus in Euro betrug 1,3 Prozent. Das Minus dürfte zum Teil auch dem stärkeren Dollar geschuldet sein, da Gold weitestgehend in der US-Währung gehandelt werden.
Du suchst Inspiration für deine eigene Geldanlage? In den Experten-Musterdepots von onvista kannst du dir anschauen, wie erfahrene Anleger ETF-, Aktien- und Krypto-Depots zusammenstellen. Jetzt abonnieren!
(mit Material von dpa-AFX)



