Gewerkschaft wünscht sich erneuten Börsengang von Uniper

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi spricht sich für einen Börsengang des verstaatlichten Gasversorgers Uniper aus. "Wir wollen, als Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Uniper als ein starkes, selbstständiges Unternehmen erhalten", sagte Verdi-Energieexperte Rolf Wiegand, der zugleich Vize-Aufsichtsratschef bei Uniper ist, am Dienstag. "Daher fordern wir die Re-Privatisierung im Rahmen eines erneuten Börsengangs, wobei der Bund eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent plus einer Aktie behalten soll."
Der Bund hatte zuvor die Privatisierung des Düsseldorfer Konzerns angestoßen. Dabei soll der Gasversorger nicht in einzelnen Teilen veräußert werden. "Der Bund achtet im Verkaufsprozess darauf, dass die Zukunftsfähigkeit des Gesamtunternehmens und damit die Versorgungssicherheit Deutschlands gewahrt bleibt", sagte eine Sprecherin des SPD-geführten Finanzministeriums am Dienstag. Den Startschuss gab der Bund in einer formalen Bekanntmachung in der "Financial Times". Demnach wolle der Staat am Ende des Prozesses noch 25 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen halten. Aktuell sind es - nach der Verstaatlichung in der Energiekrise von 2022 - 99,12 Prozent. Als Optionen wurden ein Börsengang oder ein Verkauf genannt.
"Einen außerbörslichen Verkauf lehnen wir kategorisch ab", sagte Martin Geilhorn, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats, der "Rheinischen Post". Der Betriebsrat sei eindeutig für einen Börsengang, um die Rechte und Interessen der Mitarbeiter zu schützen. Uniper hat 7000 Beschäftigte, davon 2950 in Düsseldorf.



