Rückschlag für SpaceX-Rivalen Blue Origin: Rakete explodiert

Reuters · Uhr
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Bangalore/Los Angeles, 29. ⁠Mai (Reuters) - Ein fehlgeschlagener Raketentest wirft die Weltraumfirma des Milliardärs Jeff Bezos im Wettlauf mit SpaceX zurück. Eine Rakete von Blue Origin explodierte am Donnerstag (Ortszeit) auf der Startrampe, wie in einem Livestream zu sehen war. "Ein sehr harter Tag, aber wir werden alles, was repariert werden muss, instand setzen und wieder ‌fliegen", schrieb Bezos in einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X. Die Ursache des Unglücks sei noch unklar.

Blue Origin zufolge löste eine "Anomalie" die Explosion aus. Die Triebwerkserprobung diente der Vorbereitung einer ⁠Mission, bei der ⁠48 Kommunikationssatelliten in eine Umlaufbahn gebracht werden sollen. Die Trabanten seien jedoch nicht an Bord der Rakete "New Glenn" gewesen, sagte ein Insider.

RIVALITÄT ZWISCHEN BEZOS UND MUSK

Blue Origin will den Rückstand zu SpaceX bei der Entwicklung wiederverwendbarer Raketen und Raumkapseln aufholen. Der Weltmarktführer des Milliardärs Elon Musk absolvierte vor wenigen Tagen einen größtenteils erfolgreichen Test seiner Rakete "Starship". Dies gilt als gutes Omen für ‌den geplanten Rekord-Börsengang des Unternehmens. SpaceX absolviert jährlich mehr Weltraummissionen ‌als alle anderen staatlichen und privaten Anbieter zusammengerechnet.

Sowohl Blue Origin als auch SpaceX spielen eine wichtige Rolle bei den US-Bemühungen für eine Rückkehr auf den Mond. Die Weltraumagentur Nasa hat die beiden Unternehmen beauftragt, ⁠Raketen und eine Landefähre für die Artemis-Missionen zu entwickeln. Sie sollen 2028 erstmals seit mehr als ‌50 Jahren wieder Menschen auf den Mond befördern. ⁠Nasa-Chef Jared Isaacman kündigte nach der Explosion von "New Glenn" an, über eventuelle Auswirkungen auf das Artemis-Programm informieren zu wollen. "Raumfahrt verzeiht keine Fehler. Die Entwicklung neuer Schwerlastraketen ist außerordentlich schwierig", schrieb er auf X.

MILLIARDENSCHWERE ENTWICKLUNGSKOSTEN

Auf dem Feld der Weltraumkommunikation konkurrieren der Amazon-Gründer Bezos ‌und der Tesla-Chef Musk ebenfalls. Die SpaceX-Tochter Starlink ⁠ist mit 10.000 aktiven Satelliten auf diesem ⁠Feld die weltweite Nummer eins. Sie ist zudem der Umsatz- und Gewinnbringer des Konzerns. Das Bezos-Projekt Amazon Leo kommt bislang auf 300 künstliche Erdtrabanten.

Die Entwicklung von "New Glenn" hat bislang mehrere Milliarden Dollar verschlungen. Die Rakete ist knapp 100 Meter hoch und kann bis zu 45 Tonnen Nutzlast befördern. Sie gilt als Antwort auf die "Falcon 9"-Flotte und das "Starship" von SpaceX.

Musk bezeichnete die Explosion von "New Glenn" als sehr bedauerlich. "Raketen sind eine schwierige Angelegenheit." Sein Unternehmen musste in den vergangenen Jahren auch einige Rückschläge verkraften. Vor etwa einem Jahr war ein "Starship" bei einem vergleichbaren ⁠Triebwerkstest explodiert.

(Bericht von Gnaneshwar Rajan und Joe Brock; geschrieben von Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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