Dax Tagesrückblick 01.06.2026

Dax gibt wegen Iran-Sorgen nach - SAP mit starkem Gewinn

onvista · Uhr
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Quelle: travelview/Shutterstock.com

Angesichts der sich wieder verschärfenden Lage im Nahen Osten ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit teils deutlichen Verlusten in den Börsenmonat Juni gestartet. In einem iranischen Medienbericht hieß es, der Iran werde die indirekten Verhandlungen mit den USA wegen der israelischen Angriffe im Libanon abbrechen. In Reaktion darauf bauten die Ölpreise ihre Tagesgewinne aus, was erneut Inflationssorgen weckte und die Renditen am Anleihenmarkt in die Höhe trieb.

Der Leitindex Dax büßte 0,40 Prozent auf 25.003 Punkte ein und verteidigte so knapp die Marke von 25.000 Zählern. Deutliche Kursgewinne des Schwergewichts SAP hielten die Verluste in Grenzen. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank um 1,36 Prozent auf 32.899 Zähler.

Zudem hatten die iranischen Revolutionsgarden einen Vergeltungsschlag nach einem US-Luftangriff gemeldet. Zuvor hatte der Golfstaat Kuwait wegen Luftangriffen Alarm ausgelöst. Das US-Militär hatte am Wochenende eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe.

Angesichts fortwährender israelischer Angriffe im Libanon pocht Teheran weiterhin auf eine Waffenruhe an allen Fronten. Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran schließe den Libanon mit ein, bekräftigte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in einem Beitrag auf X. Araghtschi hatte am Sonntagabend laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars gesagt, die Verhandlungen mit den USA liefen weiter. Anderweitigen Spekulationen solle kein Glauben geschenkt werden.

In einem iranischen Medienbericht am Montag hieß es, der Iran würde die indirekten Verhandlungen mit den USA wegen der israelischen Angriffe im Libanon abbrechen. Iranische Medien berichteten zuletzt häufiger von Eskalationsmöglichkeiten angesichts fortdauernder Verhandlungen.

Software-Aktien erholen sich weiter

Die Aktien von Softwareunternehmen zählten am Montag zu den größten Gewinnern. In einem von weiteren Rekorden an der US-Technologiebörse Nasdaq gestützten Umfeld setzten hierzulande SAP, Nemetschek und Teamviewer ihre jüngste Erholung beschleunigt fort. Weiterhin herrscht am Markt die Hoffnung vor, dass der anhaltende Boom von Künstlicher Intelligenz (KI) nicht vornehmlich die Geschäftsmodelle der Software-Hersteller bedroht, sondern auch Chancen bietet. Die Anteilsscheine von SAP verteuerten sich an der Dax-Spitze um 8,1 Prozent und kletterten auf den höchsten Stand seit Mitte März.

Die Papiere von Mercedes-Benz litten unter einem Gesetzesvorhaben in den USA, das in einem Verkaufsverbot auf dem wichtigen Markt münden könnte und fielen um 1,5 Prozent. Ein Gesetzentwurf, der einen Ausschuss im US-Repräsentantenhaus passiert hat, sieht das Verbot von Produktion und Verkauf von Fahrzeugen in den USA vor, deren Hersteller zu mindestens 15 Prozent "US-Gegnerstaaten" gehören, darunter auch China. Fast 20 Prozent der Mercedes-Anteile sind dem chinesischen, staatlich kontrollierten Autokonzern BAIC und dem Eigentümer des Geely-Autokonzerns zuzurechnen.

Das Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt geht dank höherer Kundenanzahlungen in diesem Jahr von einem besseren Zustrom freier Finanzmittel aus. Das sei hauptsächlich auf höhere Kundenanzahlungen zurückzuführen, die durch beschleunigte Beschaffungsprozesse in Deutschland unterstützt würden. Die Hensoldt-Titel gehörten mit minus 5,8 Prozent dennoch zu den schwächsten Aktien am hiesigen Markt. Auch andere Rüstungswerte wie Rheinmetall und Renk verbuchten deutliche Verluste.

Gold fällt wieder unter 4.500-Dollar-Marke

Der Euro gab angesichts deutlich gestiegener Ölpreise spürbar nach. Die Gemeinschaftswährung sank auf 1,1617 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch einen halben Cent höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1646 (Freitag: 1,1644) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8586 (0,8588) Euro. Die verschärfte Lage im Nahen Osten stützte den Dollar. Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran ist nicht in Sicht.

Gold fiel unterdessen unter 4.500 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), eine Marke, an der sich der Preis zuletzt orientierte. Zuletzt betrug das Minus 1,6 Prozent auf 4.466 Dollar. Damit entwickelt sich das Edelmetall weiter parallel zu den Börsen, obwohl es als Krisenwährung gilt. Analysten hatten in den vergangenen Wochen wiederholt darauf hingewiesen, dass Gold sich aktuell eher wie eine Risiko-Anlage verhalte statt wie ein "sicherer Hafen" und Wertspeicher.

Verluste verbuchte auch Bitcoin. Die weltgrößte und älteste Kryptowährung gab am Montagnachmittag um 3,2 Prozent auf 71.183 US-Dollar nach. Bitcoin korreliert tendenziell stark mit den Börsen, weil die digitale Währung ebenfalls als Risiko-Anlage gehandelt wird. Neben der geopolitischen Unsicherheit belastete am Montag aber auch der Verkauf von Bitcoin durch Strategy, dem größten institutionellen Halter der Kryptowährung, den Kurs.

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(mit Material von dpa-AFX)

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