
Die US-Regierung geht überraschend gegen den Export hochmoderner Chips für Künstliche Intelligenz (KI) an Auslandstöchter chinesischer Konzerne vor. Das Handelsministerium in Washington veröffentlichte am Sonntag neue Richtlinien, um ein seit einem Jahr bestehendes Schlupfloch zu schließen. Dieses hatte es Unternehmen offenbar ermöglicht, die weltweit fortschrittlichsten Prozessoren - wie die Rubin- und Blackwell-Chips von Nvidia sowie MI350x-Chips von AMD - an chinesische Firmen mit Sitz außerhalb der Volksrepublik zu liefern.
Das Schlupfloch war im Mai 2025 entstanden, als die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Durchsetzung einer noch unter seinem Vorgänger Joe Biden erlassenen Regelung zum weltweiten Zugang zu KI-Chips aussetzte. Einem Brancheninsider zufolge könnten Hunderttausende der Hochleistungschips an Niederlassungen chinesischer KI-Firmen in Ländern wie Malaysia gelangt sein. Der Technologieexperte und ehemalige Mitarbeiter des US-Außenministeriums, Chris McGuire, sprach in den sozialen Medien von einem massiven Problem. "Chinesische Unternehmen haben diese Chips gekauft, sehr wahrscheinlich in großem Maßstab", erklärte er.
Die neuen Vorgaben des Handelsministeriums schreiben vor, dass für den Export fortschrittlicher Chips an Unternehmen mit Hauptsitz in China eine Lizenz erforderlich ist, selbst wenn sich die jeweilige Tochtergesellschaft im Ausland befindet. Allerdings müssen Rechenzentren den Betrieb oder die Wartung bereits gelieferter Chips und Server nicht einstellen. Stellungnahmen des US-Handelsministeriums sowie von Nvidia und AMD lagen zunächst nicht vor.


