Dax Tagesrückblick 02.06.2026

KI-Fantasie treibt Dax an - Infineon legt erneut stark zu

onvista · Uhr
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Quelle: Adobe.com/PhotoGranary

Mit Rückenwind von den US-Börsen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag etwas von den Verlusten zum Wochenauftakt erholt. In New York sorgte das Thema Künstliche Intelligenz (KI) weiter für Kauflaune. Der hiesige Leitindex Dax schloss 0,48 Prozent im Plus bei 25.124 Punkten. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen gewann 0,15 Prozent auf 32.947 Zähler.

"Viel bewegt sich nicht in diesen Tagen im Dax", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Ein Teil der Anleger habe weiter gen USA geschaut sich von den beinahe täglichen Indexrekorden anstecken lassen. Im Vergleich zu den US-Aktien sähen deutsche Standardwerte relativ günstig aus. Der andere Teil hat sich dem Experten zufolge in Anbetracht des drohenden Sommerlochs zunehmend aus dem breiten Aktienmarkt zurückgezogen und sich lediglich auf die Dauerbrenner der vergangenen Wochen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Halbleiter fokussiert.

Derweil "zerren das Tauziehen zwischen den USA und dem Iran in den Friedensverhandlungen und das Hin und Her in der Nachrichtenlage zunehmend an den Nerven der Anleger, die deshalb das Risiko etwas herausnehmen", fuhr Lipkow fort. Nach Wochen stagnierender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA berichten iranische Medien von einem Ende der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. US-Präsident Donald Trump hingegen hatte auf Truth Social betont, die Gespräche mit Teheran würden in "schnellem Tempo" fortgeführt./la/he

Infineon weiter ohne Halten

Die Aktien von Infineon setzten ihre KI-getriebene Kursrally fort und erreichten einen weiteren Höchststand seit dem Jahr 2000. Sie kletterten an der Dax-Spitze um weitere 9,5 Prozent, womit sich der Kursgewinn im laufenden Jahr bereits auf fast 130 Prozent summiert.

Der niederländische Chipkonzern STMicro hatte sein Umsatzziel für das Geschäft mit Rechenzentren verdoppelt. Bereits am Vorabend hatte Hewlett Packard Enterprise wegen der starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur seine Umsatzziele deutlich angehoben, was der Aktie im US-Handel einen Kurssprung von mehr als 21 Prozent bescherte.

Die Papiere von Bayer sackten auf das tiefste Niveau seit Anfang Dezember ab und verloren hinten im Dax 2,9 Prozent. Am Markt nehmen die Sorgen um den Glyphosat-Vergleich in den USA laut Börsianern zu, nachdem die Zuständigkeit für den Widerstand dagegen vom Bundesgericht in Missouri zu einem anderen Bundesgericht im Staat Kalifornien gewandert sei. Dort liege der Fall beim Bundesrichter Vince Chhabria, einem ausgesprochenen Kritiker der Vergleichsstrategie der Leverkusener, wie es von mehreren Brokern hieß.

Die Aktien von Salzgitter erklommen den höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren und notierten als MDax-Spitzenreiter rund sechs Prozent im Plus. Zuvor hatte die US-Investmentbank Morgan Stanley die Papiere des Stahlkonzerns von "Equal-weight" auf "Overweight" hochgestuft. Die Jahresziele von Salzgitter seien nach wie vor konservativ und die Gewinndynamik nehme mit Blick auf 2027 noch Fahrt auf, schrieb Analyst Alain Gabriel.

Die Aktien von Alzchem gewannen 3,4 Prozent und stiegen auf den höchsten Stand seit 2017. Im laufenden Jahr gewannen die Papiere des Spezialchemie- und Sprengstoffherstellers damit 27 Prozent an Wert. Der tschechische Rüstungskonzern CSG (Czechoslokav Group) hat seinen Anteil an Alzchem direkt und indirekt auf insgesamt 20,1 Prozent ausgebaut.

Gold stabil, Bitcoin schwächelt weiter

Der Euro legte etwas zu. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1646 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch ein wenig niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1649 (Montag: 1,1646) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8584 (0,8586) Euro. Der Devisenmarkt wird weiterhin durch die Ölpreisentwicklung und die Lage im Nahen Osten dominiert. Die Ölpreise bewegten sich kaum. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch.

Der Preis für Gold stabilisierte sich. Zuletzt verteuerte sich Gold je Feinunze (31,1 Gramm) um 0,46 Prozent auf 4.504 US-Dollar. Damit geht der Pendelkurs um diese Marke weiter. Seit Mitte Mai orientiert sich der Goldpreis an diesem Kursniveau. Für die Kryptowährung Bitcoin, von Anhängern oft als digitales Pendant zu Gold gepriesen, ging es jedoch weiter bergab. Erstmals seit April fiel der Kurs hier unter 70.000 US-Dollar.

(mit Material von dpa-AFX)

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