Dax Tagesrückblick 05.06.2026

Dax gibt nach US-Arbeitsmarktdaten nach - Gold unter Druck

onvista · Uhr
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Quelle: Adobe.com/FilipB

In einem von Vorsicht geprägten Umfeld ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag unter Druck geraten. Beobachter verwiesen als Belastung unter anderen auf die unklare Lage im Nahost-Krieg und die etwas nachlassende Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI). Zudem war der US-Arbeitsmarktbericht für Mai solide ausgefallen, was Spekulationen befeuerte, dass die US-Notenbank bereits in diesem Jahr ihre Leitzinsen erhöhen könnte. Dies würde Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver machen.

Damit schloss der Leitindex Dax 0,75 Prozent im Minus auf 24.759,05 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Verlust von 1,38 Prozent. Die 25.000-Punkte-Marke bleibt im Blick, erweist sich aber als Widerstand.

US-Arbeitsmarktdaten drücken Euro und Gold

Laut der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) überraschte im Mai das Stellenplus in den USA deutlich. Insgesamt zeigten die Job-Zahlen eine solide Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Zinserhöhungserwartungen bezüglich der US-Notenbank würden in der Tendenz wohl verstärkt. In den USA lag die Arbeitslosenquote im Mai zwar wie erwartet bei 4,3 Prozent, das Stellenwachstum übertraf die Analystenprognosen aber deutlich. Die Zinserhöhungserwartungen für das laufende Jahr wurden am Markt als Folge hochgeschraubt. Viele Ökonomen sind aber aktuell noch zurückhaltender und rechnen für 2026 mit stabilen Leitzinsen. "Wir halten diese Interpretation der heutigen Arbeitsmarktdaten für übertrieben", kommentierten etwa die Experten der Dekabank. "Einen unmittelbaren Preisdruck, dem man geldpolitisch begegnen müsste, kann man aus den Daten nicht ableiten."

Der Goldpreis gab nach den Daten über 100 Dollar je Feinunze nach und der Euro verlor gegenüber dem Dollar über 100 Pips an Wert.

Marktanalyst Timo Emden von Emden Research verwies ferner auf den anstehenden Rekord-Börsengang des Weltraumunternehmens SpaceX, der schon seine Schatten vorauswerfe und zum ersten großen Stresstest für die KI-Rally werden dürfte. "Die Platzierung könnte zum Gradmesser werden, wie viel Risikokapital nach Jahren der KI- und Technologierally noch mobilisiert werden kann." Anleger könnten in den kommenden Handelstagen Risikokapital umschichten und zusätzliche Liquidität zurückhalten.

Infineon-Aktie verliert knapp zehn Prozent

Nach einer Abstufung verlor die Infineon-Aktie am Freitag knapp zehn Prozent an Wert und war damit größter Verlierer im deutschen Leitindex. In den drei Monaten zuvor hatte sich die Aktie allerdings auch annähernd verdoppelt.

Wacker Chemie setzte zusätzlich eine Verkaufsempfehlung der US-Bank Citigroup zu, die Papiere sanken am MDax-Ende um fast sechs Prozent. Der Markt überschätze wohl die Chancen im Halbleitergeschäft, hieß es.

Kursgewinne von knapp zwei Prozent für die Titel des Portalbetreibers Scout24 stützten derweil die positive Tendenz der letzten Wochen. Am Vortag hatte Analyst Adam Berlin von der US-Bank Goldman Sachs mit einer Kaufempfehlung auf zweistelliges Gewinnwachstum und steigende Margen gesetzt.

Die Aktien von Flatexdegiro gewannen fast drei Prozent. In einer Branchenanalyse der Berenberg Bank war der Online-Broker sehr gut weggekommen. Das Unternehmen biete bis 2028 die stärksten Gewinnaussichten im Sektor bei der niedrigsten Aktienbewertung, schrieb Experte Christoph Greulich. (mit Material von dpa-AFX)

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