Tesla: JP Morgans Upgrade riecht nach SpaceX-Gefälligkeit
JP Morgan hat die Tesla-Aktie massiv aufgewertet: Das Kursziel stieg von 145 auf 475 Dollar. Das Timing ist auffällig: Elon Musk war kurz zuvor bei JP Morgan zu Gast, die Bank begleitet den bevorstehenden Börsengang von SpaceX. Eine unabhängige Analysteneinschätzung sieht anders aus.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
JP Morgan war über lange Zeit einer der kritischsten Analysten für Tesla – das Kursziel von 145 Dollar spiegelte eine tiefe Skepsis gegenüber der Bewertung wider. Nun hebt die Bank das Ziel auf 475 Dollar an, was einer Verdreifachung entspricht.
Das Timing ist bemerkenswert: Elon Musk war unmittelbar vor dem Upgrade bei JP Morgan zu Gast. Hintergrund ist der bevorstehende Börsengang von SpaceX, den JP Morgan als Begleitbank mitverantwortet. Eine direkte Verbindung zwischen Musks Besuch, der SpaceX-IPO-Beziehung und dem Tesla-Upgrade lässt sich nicht beweisen – sie lässt sich aber auch nicht einfach ignorieren.
Analysten-Upgrades haben den größten Wert, wenn sie unabhängig und ohne erkennbare Interessenkonflikte entstehen. Hier ist der Kontext zumindest fragwürdig.
Charttechnik
Ob das Upgrade den Kurs nachhaltig trägt, hängt davon ab, ob fundamentale Argumente folgen. Ein Kurszielsprung von 145 auf 475 Dollar ohne substanzielle neue Erkenntnisse zur operativen Lage ist ungewöhnlich.
Martins Einschätzung
Tesla finde ich schon sehr lange sehr schwierig zu bewerten. Ein Upgrade, dessen Timing Fragen aufwirft, ändert daran nichts. Ich sehe das Ganze mit deutlicher Skepsis und würde die SpaceX-IPO-Beziehung als wichtigen Kontext nicht außer Acht lassen.




