Umfrage: Mehrheit der Deutschen zweifelt an Reformfähigkeit der Regierung
(stellt im ersten Satz des letzten Absatzes klar: Özdemir ist baden-württembergischer Ministerpräsident, nicht Landwirtschaftsminister, streicht zudem dritten Satz.)
05. Jun (Reuters) - Nur jeder vierte Deutsche traut der Bundesregierung zu, die Finanzprobleme der Sozialversicherungen zu lösen. 74 Prozent bezweifeln dies hingegen, wie eine aktuelle Umfrage des ZDF-Politbarometers zeigt, die am Freitag veröffentlicht wurde. 72 Prozent der Befragten bewerten zudem die Leistung der schwarz-roten Koalition als eher schlecht. 63 Prozent glauben, dass die Union nicht voll hinter Bundeskanzler Friedrich Merz steht - selbst unter CDU/CSU-Anhängern teilt gut die Hälfte (52 Prozent) diese Einschätzung.
Die AfD bleibt in der Sonntagsfrage mit 27 Prozent stärkste Kraft vor der Union mit 25 Prozent. Die SPD verharrt auf ihrem Rekordtief von zwölf Prozent, die Grünen erreichen 14 und die Linke elf Prozent. Die FDP käme mit drei Prozent nicht in den Bundestag. Damit hätte die schwarz-rote Koalition weiterhin keine Mehrheit. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent glaubt, dass die Regierung bis zur nächsten Bundestagswahl 2029 durchhält.
Bei der Finanzierung der Sozialversicherungen setzen 56 Prozent der Deutschen auf mehr Steuermittel. Leistungskürzungen befürworten nur 14 Prozent, Beitragserhöhungen lediglich sieben Prozent. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre lehnen 77 Prozent ab.
Auf der Liste der zehn beliebtesten Politiker führt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), gefolgt vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Grüne). Schlusslicht bleibt AfD-Chefin Alice Weidel. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 1. bis 3. Juni 1274 Wahlberechtigte.
(Bericht von Isabelle NoackRedigiert von Scot W. StevensonBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



