
Verstärkte US-Zinsängste und der sich wieder zuspitzende Krieg zwischen Israel und dem Iran haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenauftakt verhagelt. Der Dax fiel in den ersten Handelsminuten um 0,8 Prozent auf 24.555 Punkte und rutschte damit klar unter die 21-Tage-Linie, die aktuell bei 24.706 Zählern verläuft und als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor am Montagmorgen 1,8 Prozent auf 31.884 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,2 Prozent nach unten.
Weitere Kursverluste für Chipaktien
Der globale Ausverkauf nach starkem Lauf setzt sich am Montag ein Stück weit auch bei deutschen Chipwerten fort. Am Freitag waren die Verluste an der US-Börse Nasdaq wegen Gewinnmitnahmen immer größer geworden und dies zeigte sich zu Wochenbeginn dann teils noch stärker an den technologielastigen Börsen in Asien.
Hierzulande war der Infineon-Kurs am Freitag schon um neun Prozent abgesackt und nun ging es nochmals um bis zu vier Prozent bergab. Zuletzt wurden die Titel zwei Prozent tiefer zu 75,80 Euro gehandelt. Nachdem sich der Kurs des Chipkonzerns in diesem Jahr mehr als verdoppelt und zuletzt mit 88,46 Euro ein Rekordhoch erreicht hatte, summiert sich der Rückschlag bei den Papieren nun schon auf mehr als 14 Prozent.
Auch Unternehmen, die mit der Chipbranche in direkter Verbindung stehen, leiden neuerdings. Der Waferhersteller Siltronic und die Ausrüsterfirmen Aixtron, PVA Tepla und Suss Microtec verloren, die Kurse sanken am Montag im Größenbereich von 2,7 bis 5,8 Prozent.
Nahost-Konflikt belastet Tui und Lufthansa
Die Ängste vor einer Verschärfung der Lage in Nahost sorgten im frühen Handel bei Aktien aus dem Reisesektor für leicht überdurchschnittliche Verluste. So fielen die Papiere von Tui und Lufthansa in den ersten Handelsminuten im Vergleich zum Xetra-Schluss am Freitag zuletzt um 1,6 beziehungsweise drei Prozent.
Iran und Israel vermeldeten zuletzt gegenseitigen Raketenbeschuss - obwohl US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Medienberichten zufolge zur Mäßigung aufgefordert hatte. Dies weckte Befürchtungen eines erneuten offenen Konflikts zwischen den beiden Ländern.
Zugleich gefährdet die jüngste Eskalation auch ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA. Die Ölpreise legten deswegen zum Wochenstart deutlich zu.
(Mit Material von dpa-afx)
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