Milliarden-Fusion

Drei italienische Großbanken wollen MPS übernehmen – Wettbieten?

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Artikel teilen:
Intesa Sanpaolo Logo auf Gebäude
Quelle: Mike Dot - stock.adobe.com

Die italienische Bank Banco BPM will den Rivalen Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) übernehmen. BPM kündigte am Sonntag an, MPS zu Gesprächen über eine Fusion einzuladen. Allerdings könnte es zu einem Bieterwettkampf kommen: Auch die Konkurrenten ‌Intesa Sanpaolo und BPER Banca erwägen Insidern zufolge ein Angebot für das ehemals staatlich gerettete Geldhaus Monte dei Paschi.

Der BPM-Verwaltungsrat habe einstimmig beschlossen, MPS ⁠eine "Fusion unter ⁠Gleichen" vorzuschlagen, teilte die Bank mit. BPM, die von Citi und Goldman Sachs beraten wird, betonte, der Vorschlag werde beide Banken stärken. Der neue Konzern käme auf einen Börsenwert von rund 50 Milliarden Euro. Banco BPM rechnet mit jährlichen Vorsteuer-Synergien von mehr als 1,1 Milliarden Euro, was den ‌Gewinn je Aktie um über zehn Prozent steigern ‌dürfte.

MPS erklärte, man werde sich erst nach Beratungen des eigenen Verwaltungsrats äußern. Einem Insider zufolge steht das Thema bereits am Montag auf der Tagesordnung einer Sitzung. ⁠Am Sonntag hatte sich einem Insider zufolge auch das Führungsgremium von Intesa mit ‌einem möglichen Angebot befasst. Wegen kartellrechtlicher ⁠Vorgaben sei Intesa aber nur an Teilen von MPS interessiert, was auf eine Zerschlagung hindeute. Intesa lehnte eine Stellungnahme ab, BPER war zunächst nicht zu erreichen.

MPS rückt damit weiter ins Zentrum der Konsolidierung ‌im italienischen Bankensektor. Der Staat hatte ⁠das Institut 2017 mit Steuermilliarden gerettet ⁠und bis 2024 wieder reprivatisiert. In dem Zuge war BPM im November 2024 bei MPS eingestiegen. MPS selbst hatte im vergangenen Jahr Mediobanca übernommen und war damit zum größten Investor des Versicherers Generali aufgestiegen.

Die Aussicht auf ein Zusammengehen von BPM und MPS hatte bereits in der Vergangenheit hohe Wellen geschlagen: Die Großbank Unicredit hatte daraufhin versucht, BPM zu schlucken. Die Übernahme scheiterte jedoch im Juli 2025. Unicredit-Chef Andrea Orcel konzentriert ⁠sich seither auf einen möglichen Kauf der deutschen Commerzbank.

Plus-Analysen
83 Prozent Kursverlust seit 2021
Neuer Übernahmeversuch: Die Gründe hinter Paypals Absturzheute, 10:08 Uhr · onvista
Trendwende beim Pharmakonzern
So viel Potenzial hat die Novo-Nordisk-Aktie jetzt nochgestern, 12:15 Uhr · onvista
Martin Goersch zu Aktien, Gold und Krypto
KI-Superzyklus oder Blase? Meine Erwartungen fürs zweite Halbjahr13. Juli · onvista