Nach Euro-Rücksetzer: US-Inflationsdaten und EZB im Fokus
Henry Philippson

Nach einer insgesamt eher unspektakulären Handelswoche kam am Freitag noch einmal deutlich Bewegung in den EUR/USD-Wechselkurs. Auslöser waren die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten, die die Erwartungen der Marktteilnehmer klar übertrafen. In der Folge geriet das Währungspaar am Freitagnachmittag spürbar unter Druck und gab dynamisch nach. Der Euro beendete die Handelswoche gegenüber dem Dollar schließlich in unmittelbarer Nähe der Wochentiefs. Was steht in der kommenden Woche auf der Agenda?
Ausblick:
Nach einem eher ruhigen Wochenauftakt ohne nennenswerte Konjunkturdaten am Montag und Dienstag nimmt das Tempo ab Mittwoch deutlich zu. Um 14:30 Uhr stehen die viel beachteten US-Verbraucherpreisdaten auf der Agenda, die für frische Impulse an den Finanzmärkten sorgen könnten.
Am Donnerstag richtet sich der Fokus zunächst auf die Europäische Zentralbank: Um 14:15 Uhr wird der Zinsentscheid der EZB veröffentlicht. Nur 15 Minuten später folgen mit den US-Erzeugerpreisen bereits die nächsten wichtigen Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten. Um 14:45 Uhr tritt EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor die Presse und dürfte auf der anschließenden Pressekonferenz weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Notenbank geben.
Den Abschluss der Handelswoche bildet schließlich das Verbrauchervertrauen der University of Michigan, das traditionell als wichtiger Stimmungsindikator für die US-Wirtschaft gilt. Für Spannung und den einen oder anderen Bewegungsimpuls dürfte somit - speziell in der zweiten Wochenhälfte - gesorgt sein.
Charttechnischer Ausblick:
Der Euro befindet sich gegenüber dem Dollar bereits seit Februar in einem intakten Abwärtstrend auf Tagesbasis (schwarze Trendlinie). Allerdings hatte sich die Abwärtsdynamik in den vergangenen Wochen zunehmend abgeschwächt, sodass die Chancen auf eine erneute Aufwärtsbewegung zuletzt durchaus gestiegen waren.
Mit dem dynamischen Bruch der zentralen Unterstützungszone zwischen 1,1580 und 1,1600 Dollar am vergangenen Freitag hat sich das charttechnische Bild jedoch wieder klar zugunsten der Verkäufer verschoben. Die ehemalige Unterstützung fungiert nun als wichtiger Widerstandsbereich (rot).
Solange EUR/USD auf Tagesschlusskursbasis unterhalb von 1,1600 Dollar notiert, bleibt der Weg des geringsten Widerstands nun zunächst nach unten gerichtet. Nach möglichen Stabilisierungsversuchen zu Beginn der Woche dürfte der Abwärtsdruck im weiteren Verlauf wieder zunehmen – vorausgesetzt, die Bullen schaffen es nicht, die genannte Widerstandszone zeitnah zurückzuerobern.

Wichtige Daten & Termine im Wochenverlauf:
Montag: nur Daten aus der zweiten Reihe
Dienstag: nur Daten aus der zweiten Reihe
Mittwoch: 14:30 Uhr US-Konsumentenpreise (CPI)
Donnerstag: 14:15 Uhr EZB-Zinsentscheid, 14:30 Uhr US-Produzentenpreise, 14:45 Uhr EZB Pressekonferenz
Freitag: 16 Uhr vorl. Uni Michigan Sentiment
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