Zeitung: Trump erwägt Kauf der strategisch wichtigen Chagos-Inseln von Mauritius

Reuters · Uhr

07. Jun (Reuters) - ⁠Die US-Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Kauf der Chagos-Inseln von Mauritius, um die Kontrolle über den strategisch wichtigen Militärstützpunkt Diego Garcia zu sichern. Das Weiße Haus prüfe einen Plan, Großbritannien zu umgehen und ein eigenes Abkommen ‌mit dem Inselstaat zu schließen, berichtete die Zeitung "Telegraph" am Sonntag. Dies sei eine von mehreren Optionen, um zu verhindern, dass der britische Premierminister ⁠Keir Starmer ⁠die Souveränität über die Inselgruppe im Indischen Ozean an Mauritius abtritt.

Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Präsident Donald Trump vertrete konsequent die Position, dass Großbritannien das Territorium nicht aufgeben dürfe. Diego Garcia sei eine unverzichtbare Militärbasis von enormer Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA. Washington stehe ‌in regelmäßigem Austausch mit London, um die ‌Insel als regionalen Sicherheitsanker zu erhalten.

Die britische Regierung hatte im April ihr Abkommen zur Übergabe der Souveränität über die Chagos-Inseln auf Eis gelegt. Trump hatte die ⁠Pläne im Februar als "großen Fehler" kritisiert. Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, ‌man habe eine Situation vorgefunden, in ⁠der die britische Kontrolle über die Militärbasis bedroht gewesen sei. Es habe Handlungsbedarf bestanden, um nationale Interessen zu schützen und zu verhindern, dass Gegner in der geopolitisch bedeutsamen Region Fuß fassten. Der ‌Erhalt der langfristigen operativen Kontrolle und ⁠Sicherheit von Diego Garcia sei die ⁠alleinige Grundlage für das Abkommen zwischen Großbritannien und Mauritius. Beide Länder seien sich der dauerhaften Risiken für den gemeinsam betriebenen Stützpunkt sehr wohl bewusst.

Trump hatte vor einigen Monaten auch erwogen, Grönland aus strategischen Gründen zu kaufen. GDas Gebiet in der Arktis ist ein weitgehend autonomes dänisches Territorium. Trump hatte mit seinem Vorstoß für erheblichen Unmut bei westlichen Ländern gesorgt, zumal er militärische Mittel zum Erreichen seines Ziels ⁠nicht ausgeschlossen hatte.

(Bericht von Gnaneshwar Rajan, Rhea Rose Abraham und Bo Erickson. Geschrieben von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion ‌unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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