Dax Tagesrückblick 09.08.2026

Dax rutscht zum Handelsschluss ab - Gold ebenfalls mit Verlusten

onvista · Uhr
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Quelle: Adobe.com/PhotoGranary

Der Dax hat am Dienstag die Verluste zum Wochenstart unerwartet ausgeweitet. Nach Erholungsgewinnen am Nachmittag rutschte der Index zum Handelsende hin deutlich ins Minus und büßte letztlich 0,74 Prozent auf 24.433 Punkte ein. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, gleichzeitig scheiterte ein weiterer Erholungsversuch der US-Technologiewerte. Der MDax verlor 1,50 Prozent auf 31.642 Zähler.

Im Nahost-Konflikt haben der Iran und Israel ihre jüngsten wechselseitigen Angriffe vorerst eingestellt. Beide Seiten drohten jedoch im Fall von Verstößen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit noch härteren Kämpfen. US-Präsident Donald Trump hatte tags zuvor versichert, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts gearbeitet werde. Die Ölpreise gingen zuletzt etwas zurück.

"Zwischen Krisenrauschen, geldpolitischen Fragezeichen und der KI-Euphorie als strukturellem Wachstumstreiber fehlt Anlegern derzeit ein verlässliches Navigationssignal. Ohne klare Leitplanken bleibt das Marktumfeld schwer navigierbar", kommentierte Marktexperte Timo Emden.

Aus Sicht von Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst vom Broker CMC Markets, kommen "einige dicke Bretter auf die Börse zu, die nur schwer zu durchbohren sein werden." Er verwies auf die anstehenden Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed. Dazu stünden mit SpaceX, Anthropic und OpenAI drei große Börsengänge bevor, die Liquidität aus den Märkten abziehen dürften.

Chip-Aktien trotz guter Vorgaben im Minus

Halbleiterwerte setzten nach dem jüngsten Rücksetzer zu einer Erholung an, rutschten aber später ins Minus. Noch am Vorabend hatten US-Branchenwerte schwungvoll zugelegt. An der technologielastigen Börse in Südkorea sprangen die Titel des Branchenriesen SK Hynix am Dienstag um 16 Prozent an. Für die Papiere von Infineon, Aixtron, Süss und PVA Tepla ging es dennoch zwischen 0,2 und 3,3 Prozent nach unten.

Analysten-Lob trieb die Aktien von Symrise kräftig an. Mit plus 7,2 Prozent waren sie der Top-Wert im Dax und sprangen über die 21-Tageslinie. JPMorgan-Analyst Edward Hockin blickt optimistisch auf die Ende Juli anstehenden Zahlen zum zweiten Quartal. Er rechnet mit einer Belebung des organischen Umsatzwachstums auf drei Prozent. Der Hersteller von Aromen und Duftstoffen profitiere von einer günstigeren Vergleichsbasis und einer soliden Entwicklung in den Geschäften rund um Parfüm sowie Lebensmittel und Getränke.

Angekündigte Anleihe-Emissionen belasteten die Aktien von Evonik und K+S. Letztere fielen um 3,2 Prozent nach der Mitteilung, dass der Düngemittelkonzern die Ausgabe einer Wandelanleihe im Nennwert von etwa 300 Millionen Euro plant. Sie unterschritten damit erstmals seit Mitte Januar wieder die 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend. Die Evonik-Papiere büßten 1,4 Prozent ein. Der Großaktionär des Spezialchemiekonzerns, die RAG-Stiftung, will eine neue Umtauschanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von rund 375 Millionen Euro begeben, die dann von Investoren in bestehende Stammaktien von Evonik umtauschbar sein soll.

Nach einer mehrmonatigen Rally setzten die Aktien von SMA Solar ihre jüngste Korrektur mit einem Kursabschlag von 10,2 Prozent fort. Damit steuern die Titel des Wechselrichter-Herstellers auf den achten Verlusttag in Folge zu, nachdem sie sich von März bis Mitte Mai im Wert mehr als verdoppelt hatten. Die Anteilsscheine von Secunet bewegen sich klar im Minus, da sie am Dienstag mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.

Gold rutscht unter 4.300-Dollar-Marke

Der Euro gewann leicht zum US-Dollar. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1564 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte sie noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1573 (Montag: 1,1540) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8640 (0,8665) Euro.

Im Nahen Osten hat sich die Lage nach der Eskalation zu Wochenbeginn wieder etwas beruhigt. Iran und Israel haben ihre wechselseitigen Angriffe vorerst wieder eingestellt. Die Ölpreise gaben im Tagesverlauf ihre Vortagsaufschläge wieder ab. Dies stütze den Euro. Schließlich verfügt die Eurozone im Gegensatz zu den USA nicht über Rohölvorkommen. Zudem wird Rohöl in Dollar gehandelt. Ein sinkender Ölpreis dämpft also die Dollarnachfrage.

Gold blieb auf seinem jüngsten Abwärtstrend. Zum Handelsschluss in Frankfurt verlor der 0,92 Prozent auf 4.277 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Vor kurzem erst unterschritt der Preis die Marke von 4.500 Dollar klar, nachdem er sich über Wochen eng daran orientiert hatte. Nun rutschte der Preis auch unter die 4.300-Dollar-Marke. In Euro gerechnet verlor das Edelmetall sogar rund 1,2 Prozent.

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(mit Material von dpa-AFX)

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