
Nach den Verlusten zum Wochenauftakt hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag zunächst weitgehend behauptet. Der Dax notierte in den ersten Handelsminuten praktisch unverändert bei 24.617 Punkten. Tags zuvor war der Leitindex auf den niedrigsten Stand seit fast drei Wochen abgetaucht und hatte die 21-Tage-Linie unterschritten, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank am Dienstagmorgen um 0,2 Prozent auf 32.050 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,4 Prozent aufwärts.
"Der Dax bleibt auf Richtungssuche. Den initialen gestrigen Kursverlust haben offensichtlich einige Schnäppchenjäger zum Einstieg genutzt. Mit solchen Käufen ist der Dax aktuell nach unten ganz gut abgesichert. Nach oben haben zuletzt jedes Mal zügig Gewinnmitnahmen eingesetzt. Solange sich dieses Bild nicht ändert, wird sich für den deutschen Leitindex keine klare Richtung herauskristallisieren", kommentierte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners.
Morgan Stanley bremst Rüstungssektor aus
Einschlägige Aktien aus dem deutschen und europäischen Rüstungssektor könnten am Dienstag etwas unter einem negativen Analystenkommentar leiden. Die Rheinmetall-Aktien verlor in den ersten Handelsminuten 1,5 Prozent. Auch die Titel von Hensoldt und Renk bewegten sich im Minus.
Nach einer langen Phase mit einer optimistischen Einstellung hat die US-Bank Morgan Stanley ihr Votum für die Branche mit "Equal-weight" auf ein neutrales Niveau abgestuft. Die Strategin Marina Zavolock schrieb zwar, dass sie den Sektor langfristig nach wie vor schätzt. Eine derzeit nur gedämpfte Dynamik dürfe aber nicht ignoriert werden. Es mangele an weiterem Schwung, was die Gewinn- und Kurszielerwartungen betrifft. Im weiteren Jahresverlauf seien aber wieder neue Impulse möglich, betonte sie.
Die Umstufung ist Teil einer größeren Strategie-Studie mit vielen Veränderungen: Für Medizintechnik und Life Science werden die Experten pessimistisch, für Investitionsgüter und Metalle & Bergbau dagegen optimistisch. Halbleiteraktien bleiben die Favoriten der US-Bank, noch ergänzt um Rohstoff- und Finanzwerte.
Anleihe-Pläne belasten Evonik und K+S
Angekündigte Anleihe-Emissionen belasten am Dienstag die Aktien von Evonik und K+S. Letztere fiel in den ersten Handelsminuten um fast fünf Prozent nach der Mitteilung, dass der Düngemittelkonzern die Ausgabe einer Wandelanleihe im Nennwert von etwa 300 Millionen Euro plant. Die im MDax enthaltenen Titel werden erstmals seit Mitte Januar wieder unter der 200-Tage-Linie erwartet.
Die ebenfalls im MDax gelisteten Evonik-Aktie wird mit 3,5 Prozent ins Minus gezogen von einer indirekten Anleihe-Angelegenheit. Der Großaktionär des Spezialchemiekonzerns, die RAG-Stiftung, will eine neue Umtauschanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von rund 375 Millionen Euro begeben, die dann von Investoren in bestehende Stammaktien von Evonik umtauschbar sein soll.
(Mit Material von dpa-afx)
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