EU: Meta muss KI-Chatbots von Rivalen kostenlosen WhatsApp-Zugang geben

Reuters · Uhr
Thema: KI
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Brüssel, 09. ⁠Jun (Reuters) - Meta Platforms muss konkurrierenden KI-Chatbots nach dem Willen der EU-Kommission vorerst kostenlosen Zugang zu WhatsApp gewähren. Die Brüsseler Behörde erließ am Dienstag eine einstweilige Anordnung gegen den US-Technologiekonzern. Unterdessen prüft sie ‌weiter, ob das Unternehmen seine Marktposition missbraucht hat, indem es Wettbewerber von dem Messengerdienst ausschloss. Meta muss den Rivalen binnen fünf ⁠Werktagen ⁠wieder Zugriff auf die Programmierschnittstelle von WhatsApp Business zu den Bedingungen gewähren, die vor Oktober vergangenen Jahres galten.

Es ist die erste einstweilige Anordnung der EU-Wettbewerbshüter seit 17 Jahren. "In sich schnell verändernden Märkten kann der Wettbewerb verloren gehen, lange bevor eine endgültige ‌Entscheidung getroffen wird", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.

Meta ‌kritisierte den Beschluss und kündigte Berufung an. Die EU-Kommission habe entschieden, dass OpenAI und einige der weltweit größten Unternehmen das kostenpflichtige Produkt ⁠WhatsApp Business kostenlos nutzen dürften, teilte der Konzern mit. "Das ist eine ‌regulatorische Übergriffigkeit, die von den ⁠vielen zahlenden europäischen Unternehmen subventiert wird."

Meta hatte im Oktober vergangenen Jahres Konkurrenten den Zugang zu der Schnittstelle gesperrt, über die Unternehmen ihre Systeme mit WhatsApp verbinden können. Der ‌eigene Assistent Meta AI blieb ⁠davon ausgenommen. Im März gab ⁠Meta die Plattform gegen eine Gebühr wieder frei, was zum Einwand der Kommission führte. Die Untersuchung war im Dezember nach Beschwerden des US-Entwicklers The Interaction Company, des französischen Start-ups Agentik und eines spanischen Konkurrenten eingeleitet worden. Bei einem Verstoß gegen EU-Kartellrecht droht Meta eine Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

(Bericht von Foo Yun Chee, geschrieben von Philipp ⁠Krach. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‌Märkte).)

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