Gold unter Verkaufsdruck: Diese Marken sind jetzt wichtig
Der Goldpreis steht nach dem jüngsten Kurseinbruch unter Druck. Entscheidend wird sein, ob ein wichtiger gleitender Durchschnitt zurückerobert werden kann oder weitere Verluste drohen.

Die Skepsis bezüglich des weiteren Aufwärtspotenzials beim Goldpreis in der jüngsten Video-Betrachtung von Ende April war durchaus berechtigt, das Edelmetall geriet in den vergangenen Tagen unter massiven Verkaufsdruck. Auslöser der jüngsten Verkaufswelle waren die deutlich besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag.
Daraufhin begann der Markt zunehmend eine Zinserhöhung seitens der US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte einzupreisen. Für Dezember wird aktuell zu 43 Prozent mit einem höheren Leitzins (rot) gerechnet. Mit einer Zinssenkung (grün im Chart) rechnet aktuell kaum jemand mehr.

Diese Entwicklung beflügelte den US-Dollar und setzte den Goldpreis unter Verkaufsdruck. Die soeben veröffentlichten US-Inflationsdaten kamen allerdings im Rahmen der Erwartunge. Das dürfte erst einmal für ein wenig Entspannung sorgen, was die Zinserhöhungs-Fantasie anbelangt.
Mittelfristiges Verkaufssignal im Goldpreis
Der Goldpreis hat am vergangenen Freitag erstmals seit Oktober 2023 (!) unterhalb des viel beachteten Durchschnittskurses "EMA200" im Tageschart (Linie blau im Chart unten) geschlossen und damit ein prozyklisches Verkaufssignal generiert. Im März und Ende Mai konnte dieses Unterstützungs-Level zunächst noch verteidigt werden.
Der EMA200 (Exponentieller Gleitender Durchschnitt der letzten 200 Handelstage) zählt zu den wichtigsten Trendindikatoren im Trading. Er zeigt die langfristige Kursrichtung an, wobei jüngere Kurse stärker gewichtet werden als ältere. Notiert ein Markt über dem EMA200, wird dies häufig als Zeichen eines intakten Aufwärtstrends gewertet, während Kurse darunter auf einen Abwärtstrend hindeuten können. Viele Trader und institutionelle Anleger beobachten diese Marke genau, weshalb sie oft als dynamische Unterstützung oder Widerstand fungiert und entsprechend starke Kursreaktionen auslösen kann.
Nach dem Kursrutsch von mehr als 300 Dollar je Feinunze seit dem vergangenen Freitag muss jederzeit mit technischen Erholungen im Umfang von 100 bis 200 Dollar gerechnet werden. Solange aber der bereits erwähnte EMA200 im Tageschart, der aktuell bei 4.376 Dollar verläuft, nicht auf Tagesschluss-Basis zurückerobert wird, bleibt der Weg des geringsten Widerstands in den kommenden Tagen und Wochen zunächst abwärts gerichtet – mit einem möglichen Ziel im Unterstützungsbereich zwischen 3.800 und 4.000 Dollar je Feinunze.





