
Der Dax ist am Mittwoch unter Druck geblieben. Für Verunsicherung sorgten anhaltende Kursverluste im US-Technologiesektor sowie wieder zunehmende Spannungen im Nahen Osten. Die USA und der Iran hatten sich trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen.
Zwischenzeitlich hatten Kommentare des US-Präsidenten Donald Trump den deutschen Leitindex bis zu 1,6 Prozent ins Minus gezogen. Mit Blick auf die sich seit Wochen hinziehenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hatte er auf seiner Plattform "Truth Social" geschrieben: "Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!"
Nach den Aussagen Trumps hatte das Börsenbarometer den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen erreicht und war zeitweise unter die 200-Tage-Durchschnittslinie gefallen, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Am Ende schloss der Dax 0,97 Prozent im Minus bei 24.195 Punkten. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen fiel um 1,11 Prozent auf 31.293 Zähler.
"Die verschärfte Rhetorik von Trump im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten erinnert daran, dass geopolitische Risiken weiterhin unter der Marktoberfläche glimmen", sagte Marktexperte Timo Emden von Emden Research. Zudem seien die Anleger nun in Bezug auf die geldpolitischen Perspektiven der US-Notenbank Fed unter dem Strich kaum schlauer als zuvor. Denn die jüngsten US-Inflationsdaten hätten den Zinssorgen zwar kurzfristig die Schärfe genommen. Für mehr Klarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank aber sorgten die Daten Emden zufolge nicht
Oracle-Zahlen belasten Softwarewerte
Auf Ebene der Unternehmen steht am Mittwochabend der Software-Riese Oracle im Fokus. Er wird nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorlegen. Analyst Rishi Jaluria von RBC betonte vor einigen Tagen in seinem Ausblick, dass er weiter vorsichtig an diese herangeht. Er verwies auf die Notwendigkeit, den Ausbau der KI-Infrastrukturen zu finanzieren - und will seinen Fokus bei der Telefonkonferenz auf die Investitionspläne legen.
Anleger erwarten offenbar nichts Gutes, wie anhaltende Kursverluste im Sektor zeigen. Die Aktien von SAP büßten 3,3 Prozent ein. Von ihrem Erholungshoch von Anfang Juni sind sie nun schon wieder um rund 14 Prozent abgesackt. Auch die Aktien von Nemetschek und Teamviewer verloren deutlich.
Adidas profitiert von positiven Analystenstimmen
Im Gegensatz dazu stiegen die Aktien von Adidas, angetrieben von einem positiven Analystenkommentar, um 2,6 Prozent. Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC fand lobende Worte: Der Sportartikel-Konzern biete inzwischen ein gut berechenbares Ergebniswachstum, das am oberen Ende der Branche rangiere. Insofern sei die Aktienbewertung noch günstig.
Auch die US-Bank Citigroup äußerte sich generell positiv. Aus ihrer vierteljährlich durchgeführten Umfrage "Citi Athletic Survey" gehe hervor, dass in China die Bereitschaft der Konsumenten zunehme, Produkte von Adidas zu erwerben. Die Chinesen bevorzugten weiterhin internationale gegenüber einheimischen Marken, wobei die Präferenz für letztere aber zunehme. In Nordamerika und in Europa hingegen nehme die Kaufneigung für Adidas etwas ab.
Goldpreis fällt auf Dreimonatstief
Der Goldpreis ist am Mittwoch dagegen weiter gefallen und hat den tiefsten Stand seit fast drei Monaten erreicht. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.123 Dollar. Das waren etwa 96 Dollar weniger als am Vortag.
In den vergangenen Jahren war der Goldpreis stark gestiegen, angetrieben durch eine Kombination aus Käufen durch Zentralbanken, geopolitischer Unsicherheit und einem schwindendem Vertrauen in die Reservewährung Dollar. Im Januar hatte der Goldpreis ein Rekordhoch erreicht, als die Notierung zeitweise bis auf 5.595 Dollar je Feinunze gestiegen war.
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