
Der Münchner Triebwerkshersteller MTU begrüßt, dass nach dem Aus für das europäische Kampfflugzeug-Projekt FCAS nun Klarheit herrscht. In den kommenden Wochen müsse nun entschieden werden, wie es weitergehe, sagte MTU-Programmvorstand Ottmar Pfänder am Mittwoch auf der Berliner Luftfahrtmesse ILA.
"Es ist entscheidend, dass nun die nötigen Schritte getan werden, um die Expertise und den Entwicklungsstand zu sichern, die bislang erreicht worden seien." MTU sei dabei offen, auch mit anderen Partnern zusammenzuarbeiten. Letztlich werde es irgendeine Art der Zusammenarbeit verschiedener europäischer Länder geben, sagte MTU-Chef Johannes Bussmann. Neben Spanien seien auch Italien oder Schweden mögliche Partner.
Allerdings drängt die Zeit. Bei MTU reichen die Mittel für die Finanzierung des Kampfflugzeug-Entwicklungsvorhabens bis Ende September. Bussmann betonte, der Grund für das Aus des FCAS-Kampfflugzeugprojekts sei nicht ein Streit zwischen Frankreich und Deutschland. Vielmehr handle es sich um Differenzen zwischen zwei Unternehmen.
Deutschland und Frankreich hatten am Montag beschlossen, das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS wegen anhaltender industriepolitischer Streitigkeiten zu beenden. Acht Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen um Airbus haben MTU zufolge ein Bündnis geschmiedet, um eine Alternative zu dem Flugzeug zu demonstrieren.
In einem Brief hätten die Unternehmen die deutsche Regierung über das Vorhaben informiert, sagte Bussmann. Ziel sei es gewesen, Bewegung in die Sache zu bringen. Neben Airbus und MTU sind Autoflug, Diehl Defence, Hensoldt, Liebherr, MBDA und Rohde & Schwarz beteiligt.




