RAG-Stiftung dürfte neue Evonik-Dividendenpolitik zu spüren bekommen

Die geänderte Dividendenpolitik des Chemiekonzerns Evonik dürfte auf die Bilanzen des Großaktionärs RAG-Stiftung durchschlagen. "Aufgrund der derzeit schwer prognostizierbaren Dividendenhöhe der Evonik Industries AG rechnen wir vorerst mit einem Dividendenzufluss unter dem Vorjahresniveau", teilte die Essener Stiftung am Mittwoch in ihrem Jahresabschluss 2025 mit Blick auf das laufende Jahr mit.
Evonik hatte im Februar eine neue Dividendenpolitik angekündigt, die bei der Ausschüttung für 2026 greifen soll. Der Spezialchemiekonzern, der über Jahre eine stabile Dividende ausgeschüttet hatte, erklärte, die Ausschüttung solle künftig "zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses liegen".
Das muss für die Zukunft keine Steigerung bedeuten. Für 2025 hätte es etwa nach dem neuen Modell maximal 82 Cent pro Aktie Dividende gegeben, rechnete Interimsfinanzchef Claus Rettig damals vor. Bereits für 2025 hatte der Konzern die Dividende gekürzt. Die Aktionäre erhielten eine Dividende von einem Euro je Aktie - nach 1,17 Euro je Aktie im Jahr zuvor.
Die RAG-Stiftung kontrolliert Evonik zufolge noch rund 44 Prozent der Evonik-Aktien. Stiftungschef Bernd Tönjes stellte sich erneut hinter die neue Dividendenpolitik. "Der Beschluss gibt dem Management mehr Beweglichkeit bei der Investition in ausgewählte Zukunftsprojekte und ermöglicht einen weiteren Abbau der Verschuldung", sagte er. "Wir jedenfalls glauben fest und unverändert an das Potenzial, das in Evonik steckt."
Die 2007 gegründete Essener Stiftung steht mit ihrem Vermögen für die Folgeschäden des Steinkohlebergbaus gerade. Seit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus im Jahr 2018 hat die Stiftung nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als zwei Milliarden Euro für diese Aufgaben aufgebracht.




