Drohnentechnologie

Rheinmetall, Mercedes und Heideldruck kooperieren mit Drohnen-Startups

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: nitpicker/Shutterstock.com

Angesichts wachsender Bedeutung militärischer Drohnentechnologie verbünden sich die etablierten Konzerne Rheinmetall, Mercedes-Benz und Heidelberger Druckmaschinen mit Startup-Unternehmen. Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin vereinbarte der Rüstungsanbieter Rheinmetall am Mittwoch eine Zusammenarbeit mit dem Münchner Startup ERC System, das Elektroflieger bisher für zivile Zwecke entwickelt.

Bei dem Autobauer und dem Druckmaschinen-Hersteller hingegen zeichneten sich Partnerschaften mit Drohnenabwehr-Spezialisten ab. Mercedes-Benz will der "Financial ‌Times" zufolge mit dem Münchner Startup Tytan Technologies zusammenarbeiten. Heideldruck kündigte eine Kooperation mit einem noch ungenannten ukrainischen Drohnenanbieter an.

Rheinmetall und ERC schließen Drohnen-Allianz

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall hat bereits eine Reihe von Partnerschaften geschlossen und will nun mit ERC eine ⁠elektrische Drohne für Frachttransporte ⁠bis 250 Kilogramm produzieren. Für die Fertigung in Nordrhein-Westfalen solle bis 2029 eine dreistellige Anzahl an Arbeitsplätzen entstehen, teilten die Unternehmen und das Land NRW bei der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit.

Damit werde der "Grundstein für die Industrialisierung eines zukunftsweisenden unbemannten Flugsystems in Deutschland" gelegt, erklärte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Vize-Ministerpräsidentin und Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sprach von einem "entscheidenden Beitrag zur Resilienz des Landes".

ERC entwickelt Elektroflieger, die senkrecht starten wie Hubschrauber und vorwärts fliegen wie Flugzeuge. Die Tochter ‌des bayerischen Technologiekonzerns und Rüstungsdienstleisters IABG hatte im Februar einen 2,7 Tonnen ‌schweren Elektroflieger mit Tragflächen von 16 Metern Spannweite in die Luft gebracht. Er bietet Platz für mehrere Personen und soll ab 2031 beim Luftrettungsdienst DRF eingesetzt werden.

Eine kleinere, unbemannte Version namens "Victor" soll nun in Zusammenarbeit mit Rheinmetall bereits 2028 serienreif sein. ⁠Damit werde eine militärische Fähigkeitslücke geschlossen, sagte ERC-Co-Chef Maximilian Oligschläger der Nachrichtenagentur Reuters. Denn es gebe bereits viele Drohnen ‌für Transporte bis 20 Kilo sowie traditionelle Hubschrauber für Frachten ⁠ab 500 Kilo, aber noch keine unbemannten Senkrechtstarter für mittlere Nutzlasten.

Mercedes setzt auf Geschäft mit Drohnenabwehr

Mercedes-Benz steigt einem Medienbericht zufolge in die Drohnenabwehr ein und verbündet sich dazu mit dem Startup Tytan. Beide Unternehmen wollten am Mittwoch eine Absichtserklärung unterzeichnen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mercedes liefere die Fahrzeuge ‌für ein mobiles System zur Abwehr von Drohnen.

Als Chassis ⁠für das "Drone Defender" genannte Waffensystem sollten der Kleintransporter ⁠Sprinter sowie eine Militärversion des Geländewagens G-Klasse dienen. Diese würden mit Sensoren und Abschussvorrichtungen für Abfangdrohnen von Tytan ausgestattet.

Das System soll dem Bericht zufolge günstiger und schneller verfügbar sein als komplexe Plattformen. Tytan wolle die Produktion des "Defender" bis Ende des Jahres aufnehmen.

Heidelberger Druck erweitert Geschäft um Drohnentechnik

Heidelberger Druck treibt mit der Erweiterung seines Drohnengeschäfts den Ausbau von Alternativen zum wachstumsschwachen Kerngeschäft voran. Rüstung werde neben dem Angebot von Ladetechnik für Elektromobilität ein weiteres Standbein, erklärte das Unternehmen am Mittwoch.

So werde das Joint Venture Onberg, das von Heideldruck und dem US-israelischen Technologieunternehmen Ondas gegründet wurde, Drohnenabwehrsysteme vertreiben und später in Serie produzieren. Bei der ILA in Berlin werde Onberg eine Absichtserklärung zur möglichen Zusammenarbeit ⁠mit einem ukrainischen Unternehmen zu Drohnentechnik bekannt geben.

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