Alphabet: Warum die TPU-Story die Aktie stützt
Alphabet arbeitet an einer breiteren Lieferkette für Google-TPUs. Samsung und Intel könnten die Abhängigkeit von Taiwan Semi verringern und Alphabet stärker als direkten Wettbewerber im KI-Chipmarkt positionieren.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Alphabet plant offenbar eine breitere Produktionsbasis für die eigenen KI-Chips. Im Fokus stehen Google-TPUs, die bisher vor allem im eigenen Cloudgeschäft genutzt werden. Für die neue TPU-Generation ab 2028 rückt eine stärkere Massenproduktion in den Vordergrund.
Samsung könnte dabei als zusätzlicher Produktionspartner eine größere Rolle bekommen. Auch Gespräche mit Intel passen in dieses Bild. Alphabet würde die Produktion damit stärker auf mehrere Partner verteilen. Das senkt Lieferkettenrisiken, verbessert die Skalierbarkeit und reduziert die Abhängigkeit von Taiwan Semi.
Der Schritt ist auch strategisch wichtig. Alphabet bleibt Großkunde von Nvidia und Taiwan Semi, kann mit den eigenen TPUs aber stärker als Konkurrent auftreten. Wenn Kunden genau wissen, welche Rechenleistung sie brauchen, sollen TPUs eine vergleichbare Leistung zu Nvidia-GPUs bei rund 80 Prozent geringeren Kosten liefern.
Damit wird aus einer internen Cloudlösung eine größere Marktchance. Die extreme Nachfrage nach KI-Rechenleistung macht diese Entwicklung für Alphabet besonders wertvoll.
Charttechnik
Die Aktie hat einen marktgetriebenen Rücksetzer hinter sich. In Euro wurde das entstandene Gap vollständig geschlossen. Entscheidend wird nun der Ausbruch über die letzte Trendlinie.
Wenn Alphabet anschließend die jüngsten Zwischenhochs überwindet, kann die Aktie den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufnehmen.
Martins Einschätzung
Alphabet ist mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von etwa 29 kein Schnäppchen. Die Aktie verdient die höhere Bewertung aber durch starkes Gewinnwachstum und die zusätzliche TPU-Fantasie. Bestehende Positionen bleiben attraktiv, neue Käufe sind nach dem Rücksetzer wieder vertretbar.




