Kommentar zu SpaceX

Dieses IPO ist eine Ohrfeige für Kleinanleger

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Heute hat der Raumfahrt-Konzern SpaceX den größten Börsengang der Geschichte hingelegt, auch viele Privatanleger konnten dabei sein – wurden allerdings oft mit Kleckerbeträgen abgespeist.

Georg Buschmann

Redaktionsleiter
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Das Dragon-Raumschiff von SpaceX ist zu sehen.
Quelle: Adobe.com/EvgeniyQW

Nun ist also der größte Börsengang der Geschichte über die Bühne gegangen. Die Aktie von SpaceX ist endlich börsennotiert; der erste Kurs lag mit 150 Dollar gleich mal elf Prozent über dem Emissionspreis von 135 Dollar je Aktie. Den Handel an der Nasdaq beendete die Aktie letztlich zum Kurs von 161,82 Dollar und damit sogar knapp 20 Prozent über dem Emissionspreis.

Man könnte meinen, jeder, der da zum Emissionspreis mit Aktien bedacht wurde, könnte glücklich sein. Doch das täuscht. Denn die Zuteilungsquoten – also das Verhältnis von zugeteilten zu gezeichneten Aktien – für deutsche Privatanleger scheinen niedrig zu sein. Ich selbst hatte zehn Aktien gezeichnet und ganze zwei davon zugeteilt bekommen: 20 Prozent Quote. Vielen anderen scheint es ähnlich zu ergehen, wenn ich mir die Kommentare zu unserem Livestream über den Börsengang so ansehe.

Viele berichten da von Zuteilungsquoten kaum über zehn Prozent. "Ich wollte für 5k zeichnen und hab für 636€ bekommen (5,5 Anteile) bei trade republic", schreibt ein User. "Bei der ING von 10 habe ich 3,000xx bekommen zu je 119€", berichtet ein anderer. Zwischen zehn und 30 Prozent liegen die meisten, die SpaceX wollten.

Micker-Zuteilung zerstört Hoffnung auf Zeichnungsgewinne 

Es dürfte also viele geben, die – wie sich zeigt: zurecht – Zeichnungsgewinne bei diesem Mega-IPO gewittert haben. Wenn man aber nur zehn oder 20 Prozent des eigentlich gewünschten Volumens erhält, werden etwaige Gewinne schnell von Gebühren aufgefressen. Statt den schönen 20 Prozent sind es dann vielleicht nur zehn oder fünf – wenn überhaupt.

Klar, es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jeder die volle Aktienanzahl zugeteilt bekommen kann, wenn eine Emission überzeichnet ist (also immer, sonst wird der Börsengang abgesagt). Doch es gibt Zuteilungsschlüssel, die für Kleinanleger deutlich vorteilhafter sind.

Kolumne von Stefan Riße
Bei SpaceX lässt sich nur spekulieren, nicht investieren!30.05.2026 · 11:45 Uhr · Acatis
Bei SpaceX lässt sich nur spekulieren, nicht investieren!

Ich erinnere mich daran, dass man beim IPO von Siemens Healthineers die ersten bis zu 100 Aktien, die man gezeichnet hat, auf jeden Fall bekam und darüber prozentual zur Zeichnung beteiligt wurde. Das hat sichergestellt, dass jeder Aktien kaufen konnte und gleichzeitig verhindert, dass man trotz einer anständig großen Zeichnung nur mit einer Kleckerposition im Depot dasteht.

Musk sind Privatanleger natürlich egal

Derlei Erwägungen wird bei SpaceX und den begleitenden Banken aber natürlich wohl kaum jemand angestellt haben. Elon Musk zeigt damit einmal mehr, was er von Kleinaktionären hält: nichts. Denn nicht nur die Zuteilung ist ja für Kleinanleger ein Ärgernis. Auch die extrem hohe Bewertung zum Start des IPOs lässt für alle, die neu dazu kommen, wenig Spielraum nach oben.

Und: Musk nimmt das Kapital der Neu-Investoren herzlich gerne. Aber ähnlich wie auch bei Tesla gibt er natürlich keinen Einfluss ab. Musk selbst besitzt bei SpaceX Aktien mit mehrfachem Stimmrecht und kann so Aktien verkaufen, ohne Kontrolle zu verlieren.

Überraschend ist das alles nicht. Immerhin führt Musk auch Tesla – seit 2010 börsennotiert – mitnichten wie ein börsennotiertes Unternehmen, das dem Wohle aller Aktionäre verpflichtet ist. So hat Musk mit Tesla zum Beispiel 2016 die Firma Solar City übernommen, an der er selbst einen großen Anteil hielt. Hm.

Die Aktie von Tesla ist natürlich dennoch extrem stark gestiegen (siehe Chart oben) und hat viele reich gemacht. Vielleicht wird das ja auch bei SpaceX so sein und dafür sorgen, dass wir alle dereinst gnädig darüber hinweg sehen, dass Musk uns mit dem IPO auch mächtig einen reingewürgt hat. Mir jedenfalls soll es egal sein: Ich habe meine zwei Stück heute wieder verkauft.

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