Für Nvidia kann China wieder zum Hebel werden
Nvidia könnte mit Vera-CPU-Servern wieder China-Fantasie bekommen. Die Aktie hält den Bereich um 200 Dollar und wirkt trotz des Rücksetzers fundamental günstig.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Nvidia hat deutlich korrigiert und zeigte zuletzt einen ersten Anstieg um 2,2 Prozent vom Bereich um 200 Dollar. Dieses Niveau ist eine wichtige Unterstützung.
Fundamental wirkt die Korrektur überzogen. Die Aktie wird für die erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um 20 bewertet. Für die 2027er-Gewinne liegt die Bewertung bereits unter 20. Das Kurs/Gewinn-Wachstums-Verhältnis liegt bei etwa 0,46 und damit unter 0,5.
Neue Fantasie kommt aus China. Ein großer chinesischer Cloudanbieter soll bereit sein, mehr als 300 Nvidia-Server mit den neuen Vera-CPUs zu kaufen. Die Exportkontrollen treffen leistungsfähige GPUs deutlich härter als CPUs. Deshalb könnte Nvidia in China über den CPU-Bereich wieder mehr Geschäft erschließen.
Washington hat zwar zehn chinesische Firmen für H200-Chips lizenziert, doch die Bestellungen blieben aus. Chinesische Anbieter halten die H200-Leistung offenbar für zu schwach. Bei Vera-CPUs könnte das Interesse größer ausfallen.
Nvidia plant bislang keine China-Umsätze im Ausblick ein. Wenn erste Tests positiv verlaufen und ein chinesischer Hyperscaler größere Bestellungen auslöst, könnten weitere Anbieter folgen. Der erwartete Umsatz mit Vera-Chips liegt bis Ende des Geschäftsjahres bei rund 20 Milliarden Dollar und hätte dann Spielraum nach oben.
Charttechnik
Der Bereich um 200 Dollar muss halten. Gelingt das, kann die jüngste ABC-Korrektur auslaufen und die Aktie wieder in Richtung des alten Trends drehen.
Martins Einschätzung
Nvidias Schritt von reinen GPUs hin zu CPUs erweitert den adressierbaren Markt. Die Aktie wirkt nach dem Rücksetzer günstiger, und das aktuelle Niveau eignet sich wieder für neue Überlegungen im Portfolio.




