Nebius: Warum der KI-Ausbau den Rücksetzer trägt
Nebius gewinnt durch den bevorstehenden Nasdaq-100-Aufstieg weiter an Momentum. Der KI-Infrastruktur-Ausbau in Großbritannien stützt die Wachstumsstory, auch wenn hohe Investitionen und Kapitalbedarf die Aktie volatil halten.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Nebius legt rund vier Prozent zu, nachdem die Aktie bereits am Vortag etwa fünf Prozent gestiegen war. Der Grund entspricht Rocket Lab: Nebius zieht am 22. Juni in den Nasdaq 100 ein.
Die Aktie hat im laufenden Jahr bereits 176 Prozent zugelegt. Nach dem Rückgang von 280 auf 200 Dollar entstand dennoch wieder eine attraktive Ausgangslage. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei etwa 240 Dollar und damit schon in Reichweite. Weitere Zielanhebungen werden wahrscheinlicher, wenn Analysten den starken Anstieg nachziehen.
Operativ treibt Nebius den Aufbau von KI-Infrastruktur aggressiv voran. In Großbritannien investiert das Unternehmen 1,7 Milliarden Pfund in vier KI-Cloud-Rechenzentren. Die Infrastruktur läuft auf Nvidias Blackwell Ultra. Für das nächste Jahr ist der vollständige Hochlauf mit einer Zielkapazität von 65 Megawatt geplant.
Der große Risikofaktor bleibt der Kapitalbedarf. Nebius ist noch nicht profitabel und kommt auf knapp 60 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Die Investitionsplanung liegt bei 20 bis 25 Milliarden Dollar. Damit bleiben Kapitalerhöhungen, Anleihen oder höhere Vorleistungen von Großkunden ein zentrales Thema.
Charttechnik
Die Aktie kam von 280 Dollar auf 200 Dollar zurück und erholte sich danach kräftig. Das spricht für intakte Nachfrage nach Rücksetzern. Die hohe Volatilität bleibt Teil des Setups.
Martins Einschätzung
Nebius ist riskant, aber die Wachstumsstory bleibt stark. Wer die direkte Aktie scheut, kann wegen der hohen Optionsprämien auch Discount-Zertifikate prüfen. Der Ausbau in Großbritannien zeigt, dass die Internationalisierung vorankommt.




