Dax steigt nach Abkommen, aber bleibt unter 25.000 Punkten

Der Dax hat die Woche mit kräftigen Gewinnen eingeläutet, getrieben durch eine Einigung in den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Zusätzlich stützte der erfolgreiche Börsengang von SpaceX am Freitag die Stimmung unter den Händlern.
Allerdings konnte der Schwung dem Dax nicht dauerhaft über die Marke von 25.000 Punkten verhelfen, das Börsenbarometer schloss nahe seines Tagestiefs. Letztlich gewann der Leitindex 1,05 Prozent auf 24.894 Punkte. Zu seinem Rekordhoch von 25.507 Punkten blieb er damit noch auf Abstand. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es zum Wochenstart um 1,56 Prozent auf 32.582 Zähler aufwärts.
Nach wochenlangem Hin und Her konnten sich die Kriegsparteien auf eine Absichtserklärung einigen, die eine Verlängerung der Waffenruhe und eine Wiedereröffnung der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus für vorerst 60 Tage vorsieht. Die Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans Atomprogramm zum Thema haben.
Dies sorgte für nachgebende Ölpreise und dämpfte Konjunktur- und Inflationssorgen. Vor den Zinsentscheidungen wichtiger Notenbanken, darunter jener der US-Fed am Mittwoch, könnte dies perspektivisch den Handlungsdruck etwas mildern, hieß es. "Trotz dieser zweifelsohne guten Nachrichten bleiben einige Unwägbarkeiten und offene Fragen", kommentierte Finanzanalyst Yannik Mosbach vom Bankhaus Metzler die Lage.
Versorger- und Rüstungswerte nach Abkommen schwach
Im Frankfurter Aktienhandel standen die Gewinne bei Einzelwerten am Montag auf einer breiten Basis. Anleger gaben zyklischen Werten wieder den Vorzug vor solchen mit defensivem Charakter. Gefragt waren etwa Aktien aus den Tourismus- und Luftfahrtbranchen: Titel von Tui, Lufthansa oder Airbus schnellten im Größenbereich von 2,6 bis 4,4 Prozent hoch.
Dagegen sorgte der mögliche Frieden im Iran bei Öl- und Energiewerten für einen Dämpfer, wie das Minus von 1,6 Prozent bei dem Dax-Mitglied RWE zeigte. Als Hersteller von Ölalternativen waren die Titel des Biosprit-Herstellers Verbio in den vergangenen Monaten ein Profiteur des Iran-Kriegs gewesen. Sie setzten nun ihren jüngsten Abwärtstrend mit einem 2,8 Prozent großen Abschlag fort.
Auch das Interesse an Rüstungswerten wurde von der Aussicht auf Frieden im Iran gebremst. Die Rheinmetall-Aktien sanken um knapp fünf Prozent. Nach einem Medienbericht sorgt sich der Dax-Konzern nach dem Aus für ein deutsch-französisches Kampfflugzeug nun auch um das gemeinsame Panzerprojekt MGCS. Auch im MDax waren mit Renk und Hensoldt zwei Rüstungswerte unter den schwächsten Werten.
Im Bankensektor scherten die Titel der Commerzbank mit einem Abschlag von 1,3 Prozent nach unten aus. Im Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Unicredit gehen die gegenseitigen Attacken weiter. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp konterte auf einer Finanztagung in Frankfurt vorherige Drohungen der Italiener mit einer Absetzung des Vorstands.
Euro und Gold stärker
Der Euro profitierte von der Einigung zwischen den USA und dem Iran. Die Gemeinschaftswährung profitierte von einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten. Am Nachmittag wurde der Euro bei 1,1615 US-Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent höher als am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1607 (Freitag: 1,1567) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8615 (0,8645) Euro.
"Die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten nimmt zu", beschrieben Analysten der Helaba die Stimmung. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt und damit breite Kauflaune an den Finanzmärkten ausgelöst. Der als vergleichsweise sicher geltende US-Dollar war vor diesem Hintergrund weniger gefragt, während der Euro zulegte.
Zugewinne verbuchte ebenso Gold. Das Edelmetall stieg im Preis um 1,33 Prozent auf 4.351 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Schon am Donnerstag und am Freitag hatte sich Gold merklich von einem Zwischentief bei knapp über 4.000 Dollar erholt. Der Krieg hatte Gold belastet, weil die steigenden Ölpreise die Inflations- und Zinserwartungen trieben, was tendenziell auf dem Kurs des zinslosen Edelmetalls lastet.
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(mit Material von dpa-AFX)





