
Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Ende des Krieges verlockt am Montag die Anleger zu Aktienkäufen. Der Dax kehrte über die Marke von 25.000 Punkten zurück: Im frühen Handel stieg der Leitindex um 1,7 Prozent auf 25.060 Punkte. Über der Tausendermarke wartet nun bei 25.507 Punkten das Rekordhoch.
Für den MDax ging es noch etwas schwungvoller um 2,6 Prozent hoch auf 32.918 Zähler.
Nach wochenlangem Hin und Her konnten sich die Kriegsparteien tatsächlich auf eine Absichtserklärung einigen, die eine Verlängerung der Waffenruhe und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht. Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Die Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans Atomprogramm zum Thema haben.
"Trotz dieser zweifelsohne guten Nachrichten bleiben einige Unwägbarkeiten und offene Fragen", schrieb am Morgen der Finanzanalyst Yannik Mosbach vom Bankhaus Metzler. Die Anleger nehmen die Absichten aber gerne zur Kenntnis, denn deutlich nachgebende Ölpreise dämpften die Konjunktur- und Inflationssorgen. Gut für die Stimmung war am Freitag in New York auch der Rekord-Börsengang des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX verlaufen.
Friedensvereinbarung belastet Rheinmetall
Rüstungswerte tun sich am Montag im starken Gesamtmarkt zum Handelsstart schwer. Die Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran gibt der Branche keinen Schwung - anders als beispielsweise Tourismus- und Luftfahrtaktien. Rheinmetall stehen derweil auch mit einem Bericht der "Welt am Sonntag" im Fokus.
Demnach sorgen sich die Düsseldorfer nach dem Aus des geplanten deutsch-französischen Kampfflugzeugs nun auch vor einem Ausstieg der Franzosen beim gemeinsamen Panzerprojekt MGCS. Nach Informationen des Rheinmetall-Chefs Armin Papperger plane Frankreich, das Budget für das MGCS-Projekt drastisch zu kürzen, schreibt die Zeitung.
In den ersten Minuten des Xetra-Handels liegen Rheinmetall-Aktien mit 0,5 Prozent im Minus. Damit knüpfen sie an ihren schwachen Trend des bisherigen Jahres an. Bis dato hatten sie 22 Prozent an Wert verloren.
Verkaufsempfehlung belastet DWS
Nach der starken Erholung vom Freitag legten die Aktien der DWS zu Wochenbeginn zunächst selbst im starken Marktumfeld wieder den Rückwärtsgang ein. Nach einem sehr schwachen Handelsauftakt mit fast zwei Prozent Minus drehten die Anteile der Deutsche-Bank-Tochter jedoch und liegen nun mit 0,35 Prozent im Plus. Damit gaben sie die Gewinne vor dem Wochenende nicht dauerhaft ab, obwohl eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs den Kurs am Morgen zunächst belastete.
Der Analyst Oliver Carruthers hält nicht nur den guten Geschäftsverlauf für in den Aktien für eingepreist. Die Bewertung habe inzwischen nämlich das obere Ende der historischen Range erreicht. Carruthers sieht darüber hinaus aber auch erste Schwächesignale bei den Triebfedern der Fondsgesellschaft. Im Bereich der passiven Anlagen sinke der Marktanteil und die Mittelzuflüsse im Bereich Alternativer Anlagen blieben recht mau.
Zudem habe die Anlagestory zuletzt insbesondere von Erfolgsbeteiligungen gelebt, die volatiler und weniger verlässlich seien als Verwaltungsgebühren. Carruthers hält insgesamt eine niedrigere Bewertung für angemessen und setzt mit 57 Euro ein Kursziel unter dem aktuellen Xetra-Niveau an.
Carruthers hebt derweil Flatexdegiro und CVC nochmals als seine Favoriten unter Europas Finanzdienstleistern hervor. Flatex steigt in den ersten Handelsminuten um rund vier Prozent gegenüber dem Freitagsschluss auf Xetra.
(Mit Material von dpa-afx)
Wenn du eine bestimmte Aktie oder anderes Wertpapier im Auge behalten willst: Füge sie zu deiner Watchlist hinzu und du kannst in der onvista-App automatisch Alarme erhalten, wenn sich der Kurs stark bewegt.

