Kann der Euro weiter steigen? Auf diese Marke kommt es an
Henry Philippson

Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag war so erwartet worden und hatte keine nennenswerten Auswirkungen auf das Wechselkurs-Verhältnis von Euro zu Dollar.
Die Deeskalation im Nahen Osten seit Donnerstagabend hat sie dafür umso mehr: Nach der – zunächst einseitigen – Ankündigung eines Friedensabkommens durch US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend zog der Eurokurs deutlich an und kann zum Start in die neue Handelswoche sogar die 1,16er-Marke zurückerobern. Damit wurden die Kursverluste nach dem US-Arbeitsmarktbericht wieder nahezu egalisiert.
Ausblick:
Sowohl am Montag als auch am Dienstag stehen keine bedeutenden Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Der Fokus richtet sich daher auf den Mittwochabend, wenn die US-Notenbank Fed ihren Zinsentscheid bekannt gibt. Zwar rechnen die Märkte derzeit nicht mit einer Änderung des Leitzinses. Dennoch dürfte die anschließende Pressekonferenz mit besonderem Interesse verfolgt werden.
Dabei wird vor allem entscheidend sein, welche Hinweise der neue Fed-Chef Kevin Warsh zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik in den kommenden Monaten gibt. Besonderes Augenmerk dürfte dabei auf seinen Aussagen zur Bilanzpolitik der Fed und einer möglichen Fortsetzung beziehungsweise Intensivierung der Bilanzverkleinerung liegen. Die Pressekonferenz beginnt am Mittwoch um 20:30 Uhr.
Am kommenden Freitag bleiben die Banken in den USA aufgrund eines Feiertags geschlossen. Mit dem Feiertag „Juneteenth“ wird an das Ende der Sklaverei in den Vereinigten Staaten erinnert.
Charttechnischer Ausblick:
Der Euro setzt seine Aufwärtsbewegung zum Wochenauftakt fort und notiert erstmals seit längerer Zeit wieder knapp oberhalb der Marke von 1,16 US-Dollar. Aus charttechnischer Sicht ist dieser Anstieg bislang jedoch noch nicht als nachhaltiger Ausbruch zu werten. Vielmehr handelt es sich derzeit lediglich um eine Gegenbewegung beziehungsweise einen Rücklauf an zuvor unterschrittene Kursniveaus.
Für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung wäre es nun entscheidend, dass sich das Währungspaar nachhaltig oberhalb von 1,1650 US-Dollar etablieren kann. Gelingt dieser Schritt, würde sich das charttechnische Bild weiter aufhellen und zusätzliche Kaufsignale generieren. In diesem Fall wären auch auf mittlere Sicht weitere Kursgewinne des Euro gegenüber dem Dollar durchaus denkbar.

Wichtige Daten & Termine im Wochenverlauf:
Montag: nur Daten aus der zweiten Reihe
Dienstag: nur Daten aus der zweiten Reihe
Mittwoch: 20 Uhr Zinsentscheid US-Notenbank, 20:30 Uhr Pressekonferenz
Donnerstag: 14:30 Philly-Fed-Index
Freitag: USA Bankfeiertag
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