Dax sinkt wieder unter 25.000 Punkte - Redcare-Aktie stark

Einen weiteren Vorstoß des Dax über die 25.000-Punkte-Marke hat der deutsche Leitindex am Dienstag letztlich nicht halten können. Nach dem positiven Wochenstart wegen eines Rahmenabkommens zur Lösung des Iran-Kriegs stieg der Dax am Ende um lediglich 0,07 Prozent auf 24.910 Punkte. Am Vormittag war er bis auf 25.110 Punkte gestiegen. Der MDax mit den mittelgroßen Werten schloss mit einem Plus von 0,01 Prozent bei 32.586 Zählern.
Die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran werde vom Kapitalmarkt weiterhin positiv aufgenommen, erklärten die Marktexperten der National-Bank. Allerdings seien die Details des Abkommens bislang äußerst unklar, bis auf die 60-tägige Öffnung der Straße von Hormus. "In dieser Zeitspanne sollen dann die strittigen Themen zwischen beiden Seiten ausgeräumt werden. Ob das gelingt, mag mindestens stark angezweifelt werden, für die oftmals eher kurzfristige Sicht der Kapitalmärkte auf die Dinge reicht ein solches nebulöses Abkommen jedoch aus, um das positive Sentiment nicht zu beschädigen", ergänzten die Experten.
Bei den Anlegern rückt nun der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch in den Fokus, gefolgt vom großen Verfall an den Terminbörsen am Freitag. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef (Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den Markterwartungen entsprechen", kommentierten die Helaba-Experten. Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet.
Siltronic mit Kapitalerhöhung - Redcare stark
Wichtig für die Marktstimmung bleibt wohl auch der weitere Weg der SpaceX-Aktien, deren Rally nach dem Rekord-Börsengang auch nicht wegen der am Dienstag vermeldeten Übernahme des KI-Spezialisten Cursor abbrach. Anders als in der Vorwoche gibt es derzeit auch bei anderen Technologie-Titeln keine Mittelabflüsse.
Die Aktien von Siltronic gehörten seit Anfang April zu den Titeln, die der globalen Tech-Rally gefolgt waren. Der Waferhersteller nutzte das jüngste Hoch seit 2022 dazu, um sich frisches Kapital zu besorgen. Drei Millionen neue Aktien wurden zu je 91 Euro ausgegeben. Der Kurs näherte sich am Morgen kurz diesem Preis, stabilisierte sich dann aber schnell. Zuletzt lag der Abschlag bei 3,8 Prozent.
Zum Spitzenreiter im Dax wurden mit 5,1 Prozent Plus die Anteile der Gea Group nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Der Kurs des Maschinenbauers schaffte es in der Jahresbilanz wieder in die Gewinnzone. Mit einem Kursziel von 70 Euro sieht der Experte Lars vom-Cleff viel Luft nach oben für die Aktien, die Anfang Juni noch ein Tief seit mehr als einem Jahr erreicht hatten. Er betonte, die robusten Fundamentaldaten stünden in einem Missverhältnis zur Bewertung.
Anders bewertet Deutsche Bank Research die Situation bei Brenntag, denn für den Chemikalienhändler wurde die bisherige Kaufempfehlung aufgegeben. Tristan Lamotte erwähnte, das Unternehmen sei zuletzt im Zuge des Nahostkonflikts wegen höherer Preise ein Profiteur gewesen. Da das Abkommen den Konflikt nun erst einmal entschärfe, sollte sich die Lage normalisieren. Der Brenntag-Kurs fiel um 1,6 Prozent.
Im Fokus blieb ansonsten das Ringen um die Übernahme der Commerzbank - vor allem aber wegen des Kursanstiegs bei den Aktien des Bieters Unicredit. Auf dessen nun erreichtem Kursniveau von fast 78 Euro ist die Offerte rechnerisch mehr Wert als die 36,45 Euro, die aktuell für die Commerzbank-Aktien gezahlt werden. Erstmals würde sich damit eine Annahme des Angebots bezahlt machen, auch wenn der deutsche Staat die Offerte als zweitgrößter Aktionär ablehnt.
Bei Redcare Pharmacy wirkte ein angehobener Jahresausblick nochmals dynamisch nach. Am Vortag hatte er im späten Handel schon ein Kursfeuerwerk ausgelöst, das nun mit einem Kurssprung um nochmals 6,9 Prozent weiter ging. Der Kurs der Online-Apotheke schaffte es erstmals seit Anfang März wieder über die 60-Euro-Marke. Das charttechnische Blatt könnte sich damit längerfristig positiv wenden.
Euro und Gold stabil
Der Euro hielt sich bei 1,16 US-Dollar. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1602 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1594 (Montag: 1,1607) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8625 (0,8615) Euro.
Die Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges hatte dem Euro zu Wochenbeginn mit einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten noch mehr Auftrieb verliehen. Das Abkommen soll an diesem Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden.
Weniger Bewegung nach gewinnreichen Vortagen gab es auch bei Gold. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) stieg um 0,2 Prozent auf 4.323 Dollar. Damit stabilisierte sich das Edelmetall weiter. Vorige Woche war Gold bis auf ein Zwischentief bei knapp 4.000 Dollar abgesackt, nachdem US-Daten einen heißlaufenden Arbeitsmarkt und eine höhere Teuerung signalisierten. Das schürte Zinsanhebungsängste, die auf dem Goldkurs lasteten. Die Einigung zwischen dem Iran und den USA gab dem Preis wiederum neuen Auftrieb.
(mit Material von dpa-AFX)




