
Der Dax hat sich zur Wochenmitte kaum bewegt. Zwar kletterte der Index nach anfänglichen Verlusten in die Gewinnzone, blieb dann aber in der Nähe seines Vortagesschlusskurses und ging letztlich mit nur 0,1 Prozent Plus auf 24.934 Punkte aus dem Handel. Besonders die schwachen Autowerte nach einer Gewinnwarnung von BMW bremsten den Dax aus.
Deutlicher ging es in der zweiten Reihe aufwärts. Der MDax der mittelgroßen Werte zog um 0,83 Prozent auf 32.855 Zähler an. Besonders die schwachen Autowerte nach einer Gewinnwarnung von BMW bremsten den Dax aus.
Gespannt wird auf die US-Zinsentscheidung am Mittwochabend geblickt, weil es die erste unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh ist. Da keine schnelle Zinsänderung erwartet wird, stehen wohl seine begleitenden Äußerungen im Mittelpunkt des Geschehens. Laut dem Marktbeobachter Maximilian Wienke vom Broker eToro wollen Anleger vor allem wissen, ob die Fed unter dem Druck des US-Präsidenten Donald Trump unabhängig bleibt.
"Der deutliche Rückgang der Ölpreise im Zusammenhang mit dem US-Iran-Abkommen verschafft Warsh bei seinem heutigen Debüt etwas mehr Spielraum und verringert ein wenig die Risiken, die mit dem Treffen verbunden sind", glaubt der Experte Krishna Guha vom US-Analysehaus Evercore ISI. Er geht aber davon aus, dass die Risiken durch den Antritt des neuen Fed-Chefs immer noch höher sind als sonst üblich. Warsh bewege sich auf einem "schmalen Grat".
Gewinnwarnung reißt BMW-Kurs nach unten
Auf Unternehmensseite hatte BMW am Vorabend mit gekappten Prognosen die Anleger geschockt. Gründe sind die Marktschwäche in China und der Iran-Krieg. Gleich mehrere Experten sprachen von einer "großen" oder "bedeutenden" Gewinnwarnung. Der Autobauer rechnet in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge von einem bis drei Prozent. Die Kürzung an sich ist laut dem Deutsche-Bank-Analysten Tim Rokossa keine Überraschung, sehr wohl aber das Ausmaß. Bisher hatte das Management vier bis sechs Prozent Marge veranschlagt.
Für die BMW-Aktien ging es am Morgen in der Spitze um zwölf Prozent abwärts, erst bei knapp 60 Euro konnten sie sich auf einem Tief seit 2020 fangen. Zum Handelsschluss war der Abschlag dann etwa 8,5 Prozent groß. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem Weckruf für die gesamte Branche. Mercedes-Benz gaben um 4,3 Prozent nach und die Titel von Volkswagen büßten 3,5 Prozent ein.
Während die Autobauer mit Absatzproblemen kämpfen, will der Gebrauchtwagenhändler Auto1 seine Absätze kräftig steigern. Mit einem Kurssprung um 8,8 Prozent machten dessen Aktien ihren Rückschlag vom Vortag wett. Wie Auto1 anlässlich des Kapitalmarkttags mitteilte, wird eine Steigerung des Absatzes auf 1,5 Millionen Fahrzeuge als nächstes Zwischenziel angepeilt.
Wieder gefragt waren dieses Mal die Rüstungskonzerne, aber auch die Titel der Commerzbank. Diese folgten im Übernahmeringen dem weiter gehenden Kursanstieg bei der italienischen Unicredit, der die Offerte der Italiener attraktiver macht. Seit dem Vortag liegt deren Angebot etwas über dem aktuellen Commerzbank-Kurs.
Im MDax und SDax zogen die Kurse der Halbleiterausrüster Aixtron und PVA Tepla um bis zu 6,2 Prozent an. Experte Stephane Houri von der Investmentbank Oddo BHF bleibt in einer Studie optimistisch gestimmt für die Chipbranche nebst ihrer Zulieferer. Grundsätzlich ist er weiter von anhaltender KI-Dynamik überzeugt.
Unter den deutschen Nebenwerten hatten die Anleger noch Hapag-Lloyd im Blick. Als Antreiber für ein erstes, sechs Prozent hohes Spitzenplus wirkte ein Bericht im "Manager Magazin", wonach der Konkurrent MSC ein Auge auf die Reederei geworfen haben soll. Die Fantasie dafür verabschiedete sich aber schnell wieder, denn zuletzt lag der Hapag-Kurs mit 1,5 Prozent im Minus.
Euro schwächer, Gold mit weiterem Zuwachs
Die Gemeinschaftswährung Euro gab vor dem Fed-Zinsentscheid nach. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung knapp unter 1,16 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1591 (Dienstag: 1,1594) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8627 (0,8625) Euro.
Gold setzte den moderaten Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort. Bis zum Handelsschluss in Frankfurt verteuerte sich das Edelmetall um 0,32 Prozent auf 4.344 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Nach einem klaren Sturz auf zwischenzeitlich knapp über 4.000 Dollar hat Gold somit fast wieder neun Prozent hinzugewonnen.
Wie die Börsen auch profitierte der Kurs vom Iran-USA-Abkommen. Eine damit einhergehende Normalisierung der Energieträger-Versorger aus dem Nahen Osten drückt die Ölpreise, was wiederum die Inflationserwartungen wieder etwas dämpft. Eine steigende Inflation und folglich steigende Zinsen sind tendenziell belastend für den Goldpreis.
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(mit Material von dpa-AFX)




