Volkswagen-Chef: Transformation ist Daueraufgabe

Reuters · Uhr

München, 18. ⁠Jun (Reuters) - Volkswagen-Chef Oliver Blume stellt sich auf einen jahrelangen Umbau des Wolfsburger Autobauers ein. "Im Konzernvorstand haben wir einen Zukunftsplan entwickelt und führen die Transformation in die nächste Phase - nicht als Projekt mit Anfang und Ende, sondern als Daueraufgabe", ‌sagte Blume auf der virtuellen Hauptversammlung am Donnerstag. Maßgabe sei der Fokus auf das Kerngeschäft. Finanzchef Arno Antlitz ergänzte, die bisher geplanten Einsparungen reichten ⁠wegen des ⁠zunehmenden Wettbewerbs durch chinesische Anbieter und der US-Zölle nicht aus. Auf allen Ebenen seien Verbesserungen nötig, sagte er. "Wir benötigen wettbewerbsfähige Kosten, um im Wettbewerb zu bestehen." Insbesondere könne Volkswagen nicht mit unterausgelasteten Fabriken bestehen, wenn chinesische Hersteller im Osten und Süden Europas mit neuen effizienten Fabriken auf den ‌Markt kämen.

Der VW-Vorstand hat nach den Worten Blumes ‌Pläne für einen weitreichenden Umbau des Konzerns erarbeitet, die noch vor der Sommerpause dem Aufsichtsrat vorgestellt werden sollen. Auf der Hauptversammlung sagte Blume, dabei wolle das ⁠Unternehmen acht Hebel ansetzen: VW soll mit weniger Modell-Varianten auskommen, auch die Zahl ‌der technologischen Plattformen soll reduziert werden. Der ⁠Konzern soll sich noch stärker regional aufstellen, wie er es in China bereits gemacht hat, Überkapazitäten sollen reduziert werden. Blume hatte angekündigt, sich langfristig auf einen Jahresabsatz von neun Millionen Autos einzustellen, ‌dafür sollen in Europa noch Kapazitäten ⁠für den Bau von 500.000 Autos ⁠wegfallen. Auch die Zahl der Beteiligungen soll weiter sinken.

Einschnitte plant Blume auch im Management. Zentrale Funktionen wie Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Vertrieb habe das Unternehmen unter seiner Führung gebündelt. Nun soll die Zahl der Hierarchieebenen weiter sinken und die Konzernsteuerung verbessert werden. Volkswagen hat sich selbst zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine Rendite von acht bis zehn Prozent zu erreichen. Für das laufende Jahr liegt die Zielmarke bei vier bis ⁠5,5 Prozent.

(Bericht von Christina Amann, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte)

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