
Der Dax hat zum Wochenauftakt einmal mehr die zuletzt umkämpfte Marke von 25.000 Punkten geknackt. Dabei half vor allem im späteren Handelsverlauf eine freundliche Eröffnung an der Wall Street. Letztlich schloss der Leitindex 0,62 Prozent höher bei 25.139 Punkten. Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, gab zugleich um 0,20 Prozent auf 32.574Punkte nach.
Die Ölpreise gaben im Zuge positiver Signale aus den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein Abkommen zur Beilegung des Kriegs nach. Dies sorgte nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende im bekanntesten US-Index Dow Jones Industrial für Kursgewinne, die im Handelsverlauf jedoch etwas abbröckelten. Zuletzt ging es für dem Dow um 0,3 Prozent nach oben, während die US-Techbörse Nasdaq schwächelte.
Andreas Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets, hält auch die Tagesgewinne im Dax nicht für nachhaltig. Dabei verwies er auf die anstehende "Sommerpause" und zudem auf wichtige Konjunktur- und Preisdaten, die im weiteren Wochenverlauf anstehen. Auch bleibt er vorsichtig, was die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran betrifft.
"Das Hin und Her der vergangenen Wochen hat zu deutlichen Ermüdungserscheinungen bei den Börsianern geführt." Zudem sei der Themenkomplex verworren und werde von vielen Parametern beeinflusst. Selbst wenn bald eine Einigung käme, könnte es auf den zahlreichen Nebenkriegsschauplätzen in der Nahostregion jederzeit zu neuen Eskalationen kommen, schrieb Lipkow.
Chip-Werte steigen immer weiter
Werte aus der Halbleiterbranche blieben aber sehr begehrt. Nachdem SK Hynix der Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen Südkoreas gelang, steuern hierzulande die Infineon-Aktien mit fast fünf Prozent Plus wieder auf ihr Anfang Juni erreichtes Hoch seit dem Jahr 2000 zu.
Im MDax waren weitere Chipwerte gefragt. Frisch in den Index aufgenommen, legten Elmos Semiconductor und Siltronic dort bis zu 4,7 Prozent zu. Suss Microtec wiederum fielen moderat. Die drei Werte gesellen sich durch ihre Indexaufnahme zu den Aixtron-Aktien, die ein Prozent gewannen. Mit ihnen wird der Index der mittelgroßen Werte etwas technologielastiger.
Hochtief feierte ein gutes Debüt im Dax, denn sie bauten ihre Gewinne bis zum Handelsschluss auf 3,1 Prozent aus und näherten sich damit ihrem Rekord von Anfang Mai. Der Baukonzern hat im Leitindex die Papiere der VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE ersetzt, die am Montag im MDax in guter Gesellschaft von weiterhin schwachen Autowerten waren. Das Stimmungsbild ist seit der Vorwoche von einer Gewinnwarnung von BMW getrübt.
Unter den besten MDax-Werten war noch Nordex mit einem Kursplus von 2,3 Prozent. Die Aktien des Herstellers von Windkraftanlagen bauten damit ihre jüngste Erholungsrally nach US-Aufträgen aus. Ajay Patel von Goldman Sachs betonte die Fortschritte in den USA, die das noch profitablere Geschäft in Deutschland ergänzten.
Im Dax konnten sich die Anleger von FMC außerdem über ein Plus von 1,4 Prozent freuen. Die Aktien erreichten ein Hoch seit Februar. Richard Felton von Goldman Sachs äußerte sich optimistisch, dass der Dialysekonzern Anfang August in seinem Quartalsbericht wieder eine solide operative Ergebnissteigerung ausweisen wird.
Euro schwächer, Gold im Plus
Der Euro tendierte tiefer. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1445 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte sie noch etwas höher notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1456 (Freitag: 1,1467) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8729 (0,8720) Euro.
Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, hat sich für eine maßvolle Reaktion auf die durch den Iran-Krieg ausgelösten Inflationsgefahren ausgesprochen. Den durch den Krieg ausgelösten Preisdruck könne die Notenbank zwar nicht ignorieren. "Wir sehen jedoch noch keine Anzeichen für eine Entankerung der Inflationserwartungen oder für Zweitrundeneffekte, die zum jetzigen Zeitpunkt eine energischere politische Reaktion rechtfertigen würden", sagte Lagarde am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. Der Euro gab daraufhin etwas nach.
Der Goldpreis legte merklich zu. Zuletzt stieg der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) um 1,22 Prozent auf 4.190 Dollar. Gleichwohl holte Gold damit nur einen Teil der Verluste der Vortage auf. Seit geraumer Zeit driftet der Goldpreis leicht abwärts, ohne klare Aufwärtsimpulse. Zwar erholte sich der Preis jüngst von einem Rutsch bis knapp an die Marke von 4.000 Dollar, im selben Maße wie die Börsen profitierte das Edelmetall aber nicht von der Deeskalation im Iran-Konflikt.
(mit Material von dpa-AFX)
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