KI-Chip-Hersteller Cerebras: Bruttomarge fällt deutlich
Cerebras meldet im ersten Quartal als börsennotiertes Unternehmen einen Verlust von 22 Cent je Aktie (Konsens minus 29 Cent) und 193 Millionen Dollar Umsatz — ein Plus von fast 95 Prozent auf Jahresbasis, 12,5 Millionen über Konsens. Allerdings ärgert sich der Markt über den Margenausblick.
Martin Goersch
Margen-Rückgang trübt die Stimmung
Die Hardware-Hochskalierung kostet Marge. Im Aufbau-Modus eines neuen KI-Chip-Anbieters ist das normal, der Markt sieht aber gerne stabile oder steigende Bruttomargen. Der Fall von 47 auf 36 bis 38 Prozent ist eine deutliche Kontraktion in nur einem Quartal — die Aktie verliert heute zweistellig.
Wedbush hatte sich Cerebras unmittelbar vor den Zahlen angeschaut und bei Outperform mit 270 Dollar Kursziel belassen. Die Analysten sehen das Nachfragerisiko als sehr gering — das einzige relevante Risiko ist die Ausführung.
Klassischer Post-IPO-Verlauf
Cerebras ist seit Mitte Mai gelistet. Wir haben den typischen IPO-Pop direkt nach dem Börsengang gesehen, gefolgt von einer dynamischen Korrekturphase. Die Aktie steuert jetzt schon wieder das letzte Tief an.
Bei neuen Marktteilnehmern dieses Kalibers schaut der Markt vor allem auf Kapazität, Kostenkontrolle und Roadmap. Die jetzigen Zahlen reichen dafür nicht aus. Es wäre nicht überraschend, wenn die Aktie noch weiter nachgibt, bevor sich eine echte Trendwende abzeichnet.


