Salzgitters Bürgermeister Klingebiel verärgert über VW

dpa-AFX · Uhr

SALZGITTER (dpa-AFX) - Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel hat verärgert auf die Berichte zu Plänen zum Stellenabbau bei Volkswagen reagiert. "Erst im Dezember 2024 haben sich der VW-Vorstand, der VW-Aufsichtsrat, die VW-Betriebsräte und die IG Metall nach intensiven Verhandlungen auf ein gemeinsames Zukunftskonzept geeinigt, das bereits einen zwar sozialverträglichen, aber dennoch schmerzlichen Stellenabbau auf der Zeitachse vorgesehen hat. Dafür wurde vereinbart, alle VW-Standorte zu erhalten und die Beschäftigungsgarantie zu verlängern", sagte der CDU-Politiker.

Diese Einigung nicht einmal eineinhalb Jahre später infrage zu stellen, irritiere ihn: "Das ist kein vernünftiger Umgang mit den Beschäftigten und zerstört Vertrauen in den gesamten VW-Vorstand. So geht man nicht miteinander um, auch nicht in Krisenzeiten". Werksschließungen und ein utopischer Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen seien kein Zukunftsplan. Im VW-Werk Salzgitter arbeiten rund 7.500 Menschen. Derzeit produzieren sie Komponenten für Elektrofahrzeuge.

Das "Manager Magazin" hatte gestern berichtet, der VW-Konzern wolle seinen Sparkurs noch einmal deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken in Deutschland drohe die Schließung. VW bestätigte, dass an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet werde.

Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern. Lies und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) sitzen im Aufsichtsrat. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern haben sie dort die Mehrheit. Bei wichtigen Entscheidungen hat das Land zudem ein Veto-Recht.

Nach den Berichten über einen verschärften Sparplan kündigte Ministerpräsident Olaf Lies bereits an, das Land werde keiner Entwicklung zustimmen, "die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt oder die bewährte Mitbestimmung infrage stellt"./koe/DP/zb

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