Mangelnde Fortschritte und Sparzwang

VW beendet Allianz mit Bosch für autonomes Fahren

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: sylv1rob1/Shutterstock.com

Volkswagen steht einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Ausstieg aus der Entwicklungspartnerschaft für autonomes Fahren mit dem Zulieferer Bosch. Der Autobauer wolle die "Automated Driving Alliance" (ADA) beenden, berichtete "Bild" am Sonntag online unter ‌Berufung auf Insider.

Gründe seien dem Bericht zufolge mangelnde Fortschritte und der Sparzwang. Obwohl rund 1,5 Milliarden Euro in das ⁠Projekt ⁠geflossen seien, gelte die Technik intern als nicht wettbewerbsfähig. Besonders beim sogenannten Level 2++, dem Fahren ohne Hände am Lenkrad im Stadtverkehr, sehe VW einen erheblichen Abstand zur Konkurrenz.

Ein Sprecher der VW-Softwaretochter Cariad sagte der Zeitung, das Unternehmen prüfe ‌grundsätzlich regelmäßig seine Entwicklungspartnerschaften und bewerte fortlaufend, ‌ob diese noch zu den strategischen Zielen passten. Insbesondere bei hoch entwickelten Assistenzsystemen hätten sich Markt und Technologie anders entwickelt als zu ⁠Beginn der Zusammenarbeit erwartet. Zu vertraulichen Gesprächen äußere man sich ‌nicht. Von Bosch lag zunächst ⁠keine Stellungnahme vor.

Um Kosten zu senken und schneller Boden gutzumachen, wolle der Konzern nun Hard- und Software von einem neuen Partner einkaufen, anstatt sie selbst zu entwickeln, ‌hieß es weiter. Bis Ende ⁠September solle ein Vertrag über ⁠die Zusammenarbeit stehen. Die Bosch-Allianz solle frühestens am 29. Juni endgültig gekündigt werden.

Die Kooperation war Anfang 2022 als Großprojekt gestartet worden, um im Rennen um das autonome Fahren den Rückstand auf Konkurrenten wie Tesla und Mercedes-Benz aufzuholen. Mehr als 1000 Fachleute beider Unternehmen sollten eine gemeinsame Software-Plattform für Fahrerassistenzsysteme erarbeiten, um diese später auch anderen Herstellern ⁠anzubieten.

Artikel teilen:

Das könnte dich auch interessieren

Angeschlagene VW-Tochter
Porsche stellt neue strategische Ausrichtung vor07. Okt. · dpa-AFX
Porsche stellt neue strategische Ausrichtung vor
Verstoß gegen Ad-hoc-Pflicht
BaFin verhängt Millionenbußgeld gegen Volkswagenheute, 06:02 Uhr · dpa-AFX
Volkswagen-Emblem auf grauer Karosserie eines Fahrzeugs
Plus-Analysen
Plus
Frankreichs Haushaltskrise
Wie du einen schwachen Euro im Depot nutzen kannst07. Okt. · onvista
Plus
Trader-Spiel 2026
Turnaround-Chancen: Diese Aktien habe ich bisher gekauft06. Okt. · onvista
Plus
Mehr als KI-Spekulation
Diese drei Robotik-Aktien sind jetzt spannend05. Okt. · onvista