Henry Philippson

Der Euro geriet in der Vorwoche gegenüber dem Dollar zunächst weiter unter Druck und fiel zeitweise bis auf 1,1325 Dollar - das war der tiefste Stand seit Mai 2025. Belastend wirkten vor allem steigende Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Fed sowie robuste US-Konjunkturdaten.
Gleichzeitig fehlten dem Eurokurs positive Impulse von der Europäischen Zentralbank (EZB). Gegen Ende der Woche setzte jedoch eine Stabilisierung ein, nachdem nachlassende Ölpreise und etwas zurückgehende Zinserhöhungs-Erwartungen den Dollar belasteten.
Ausblick:
Das Wechselkursverhältnis dürfet in den kommenden Handelstagen vor allem von den Reden der Notenbanker auf dem jährlichen EZB-Forum in Sintra geprägt werden. Besonders die Auftritte von EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh könnten neue Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick und damit den einen oder anderen Bewegungsimpuls liefern.
Daneben rücken die vorläufigen Inflationsdaten der Eurozone für Juni sowie die US-Arbeitsmarktdaten (ADP-Bericht und Non-Farm Payrolls) in den Fokus. Der offizielle US-Arbeitsmarktbericht wird diesmal ausnahmsweise bereits am Donnerstag veröffentlicht, da die US-Börsen und viele Finanzmärkte in den USA am Freitag aufgrund des Unabhängigkeits-Tags geschlossen bleiben. Die Kombination aus Sintra-Signalen und Arbeitsmarktdaten dürfte die Richtung im Währungspaar von Euro und Dollar maßgeblich bestimmen.
Charttechnischer Ausblick:
Die europäische Gemeinschaftswährung befindet sich seit dem Ende Januar markierten Jahreshoch knapp oberhalb der Marke von 1,20 Dollar in einem intakten Abwärtstrend. Mit dem jüngsten Schnitt des Durchschnittskurse EMA50 unter den EMA200 wurde inzwischen auch ein mittelfristiges Verkaufssignal generiert, das die übergeordnete Schwäche des Währungspaares unterstreicht.
Solange sich das Paar unterhalb der horizontalen Widerstandszone zwischen 1,1400 und 1,1450 Dollar (rot im Chart unten) bewegt, bleibt die Gefahr weiterer Abgaben bestehen. In diesem Fall muss jederzeit mit einem erneuten Test der Bewegungstiefs im Bereich von 1,1300 Dollar gerechnet werden.
Erst eine nachhaltige Rückeroberung und Etablierung oberhalb von 1,1450 Dollar würde das technische Bild aufhellen und eine größere Erholungsbewegung in Richtung 1,1550 Dollar ermöglichen. Bis dahin bleibt der Weg des geringsten Widerstands abwärts.

Wichtige Daten & Termine im Wochenverlauf:
Montag: nur Daten aus der zweiten Reihe
Dienstag: Inflationsdaten Deutschland
Mittwoch: 14:15 Uhr ADP Report, EZB-Symposium Portugal, 16 Uhr ISM-Index verarbeitendes Gewerbe USA
Donnerstag: 14:30 Uhr US-Arbeitsmarktdaten
Freitag: US-Bankfeiertag
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