Continental: Warum der Bewertungsvorteil jetzt aufgebraucht ist
Die Continental-Aktie korrigiert leicht, während der Umbau zum reinen Reifenhersteller weiter voranschreitet. Die Sparte ContiTech geht für rund vier Milliarden Euro an einen Finanzinvestor. Der frühere Bewertungsvorteil ist nach dem Anstieg auf neue Mehrjahreshochs jedoch aufgebraucht.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Continental hat einen Käufer für die Gummi- und Kunststoffsparte ContiTech gefunden. Der Kaufpreis liegt bei rund vier Milliarden Euro, umgerechnet etwa 4,6 Milliarden Dollar. Damit vollzieht sich der finale Umbau des Konzerns zu einem reinen Reifenhersteller.
Reine Reifenhersteller werden am Markt mit höheren Kurs/Gewinn-Verhältnissen bewertet als ein Mischgeschäft. Als die Aktie noch bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von sieben bis achteinhalb notierte, bestand deshalb klares Bewertungspotenzial. Inzwischen ist Continental auf neue Mehrjahreshochs gestiegen, und die Bewertung hat deutlich zugelegt.
Charttechnik
Die Aktie hat neue Mehrjahreshochs erreicht und den Bereich, der über lange Zeit einen klaren Bewertungsabschlag bot, hinter sich gelassen. Auf diesem Niveau ist mehr Vorsicht angebracht.
Martins Einschätzung
Der klare Bewertungspunkt, den Continental über lange Zeit hatte, ist jetzt dahin. Eine deutliche Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt über die nächsten Monate erwarte ich nicht mehr, deshalb bleibe ich neutral. Die großen Analysten sehen es ähnlich: Bernstein hebt das Kursziel von 66 auf 73 Euro an, bleibt aber bei Market Perform. ODDO BHF erhöht von 68 auf 76 Euro und bleibt bei Neutral.

