
Die aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendete Waffenruhe im Iran-Krieg hat den Dax am Mittwoch stark belastet. Nachdem die Rekordjagd bereits am Montag mit dem Test der 25.900er-Marke abgebrochen worden war, ging es wieder unter die Marke von 25.000 Punkten.
Letztlich stand beim Dax ein Minus von 2,2 Prozent auf 24.897 Zähler zu Buche. Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, sackte um 3,4 Prozent auf 31.516,35 Zähler ab.
"Der Irankonflikt könnte wieder zum Taktgeber für die Risikobereitschaft der Anleger werden", kommentierte Marktanalyst Timo Emden die Verluste. "Was zuletzt wie ein Hintergrundrisiko wirkte, rückt nun wieder ins Rampenlicht und zwingt Anleger, die geopolitische Risikokarte neu zu bewerten."
Auslöser war, dass Trump die Waffenruhe im Irankrieg für beendet erklärt hatte, nachdem es zuvor zu gegenseitigen Angriffen samt einem Abschuss iranischer Raketen auf den Golfstaat Bahrein gekommen war. Die Ölpreise zogen kräftig an, womit die Sorgen vor Inflation, Konjunkturschwäche und Zinserhöhungen der Notenbanken wieder präsent sind.
Bereits am Montag hatten Gewinnmitnahmen eingesetzt - insbesondere im KI-Bereich. Und auch diese sind noch nicht abgehakt. So sackte der südkoreanische Kospi, zuletzt Sinnbild der KI-Rally, um etwas mehr als fünf Prozent ab und ist zurück auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai.
Steigende Ölpreise belasten Immobilienaktien
Die steigenden Ölpreise weckten Inflationssorgen, und die wiederum wecken Sorgen vor steigenden Zinsen. Immobilienwerte hatten daher einen schweren Stand. Vonovia verlor als Schlusslicht im Dax 5,9 Prozent. Im MDax verloren TAG Immobilien, LEG oder auch Aroundtown zwischen 5,9 und 7,9 Prozent.
Euro und Gold geben nach – Dollar und Ölpreis legen zu
Der Kurs des Euro hat am Mittwoch zum US-Dollar etwas nachgegeben, die gestiegenen Ölpreise belasteten. Die USA verfügen im Gegensatz zur Eurozone über große Rohölvorkommen. Zudem wird Rohöl in Dollar gehandelt. Höhere Preise stützen die Nachfrage nach Dollar.
Die Kursausschläge hielten sich jedoch in Grenzen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1405 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro noch ein wenig höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1404 (Dienstag: 1,1433) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8768 (0,8746) Euro.
Auch der Goldpreis geriet am Mittwoch unter Druck. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete 4.062 Dollar. Das waren rund 45 Dollar weniger als am Vortag.
Anziehende Ölpreise erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass wichtige Notenbanken im weiteren Jahresverlauf ihren Leitzins anheben werden. Gold wirft keine Zinsen ab und wird deshalb relativ unattraktiver.
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(mit Material von dpa-AFX)




