
Die Rally bei Chipwerten schwächelt, zuletzt gerieten die Kurse unter Druck. Ist jetzt der Zeitpunkt für Gewinnmitnahmen?
Jeder Fahnenstange folgen deutliche Korrekturen. Infineon und Samsung machten es am Dienstag mit jeweils acht Prozent Minus schon mal vor. Gerundete Halbierungen sind die übliche Regel. Erst dann findet eine Anpassung der Kurse an die tatsächlichen Ergebnisse der Firmen statt.
Auch dafür lieferte Samsung das Vorbild: Sehr gute Ergebnisse, aber zu weit vorweggenommene Erwartungen. Das ist zu korrigieren oder anzupassen und darin liegen dann die nächsten Investmentmöglichkeiten. Also: Abwarten!
Die Aktie von SpaceX ist nach den starken Kursgewinnen unmittelbar nach dem Börsengang deutlich gefallen. Eine Chance?
SpaceX versucht eine Bodenbildung. Etwa in der Mitte zwischen dem Emissionskurs von 135 Dollar und dem zwischenzeitlichen Topkurs von über 200 Dollar. Das ergibt einen gerundeten Mittelwert von 160 Dollar. SpaceX ist auf dieser Ebene etwa 2,15 Billionen Dollar wert.
Nun geht es um die nächsten SpaceX-Ergebnisse oder realistische Umsatzprognosen für die kommenden zwölf Monate. Also gilt auch hier, ähnlich wie für die Chips: Ein realistisches Verhältnis zwischen den Kursen und den Ergebnissen ist dann die neue Ausgangsbasis für weiterreichende Überlegungen. Auch das hat keine Eile!
Der Rüstungskonzern KNDS und KI-Pionier OpenAI haben ihre Börsengänge verschoben. Ist der IPO-Boom vorbei?
Die verschobenen IPOs sind ein Indiz dafür, dass an den Märkten wieder gerechnet wird. Für OpenAI geht es um den möglichen Emissionskurs und seine nachvollziehbaren Werte für das gesamte Geschäft. Die bisherigen Kurstaxen der großen Emissionshäuser wurden bereits zurückgestuft. Auf welcher Ebene ist der Markt bereit, eine solche Riesenemission aufzunehmen?
Das dürfte einige Wochen dauern. New York schätzt den möglichen Emissionskurs um 25 Prozent niedriger ein, als noch vor sechs Wochen angenommen worden war.
Der KNDS-Deal ist falsch aufgehängt worden. Die herumgereichten Überlegungen für die Verteilung der Aktien zum einen und die Konsequenzen im Aufsichtsrat von KNDS nach einem Börsengang zum anderen müssen korrigiert werden. Die Familie Wegmann hat zu hoch gepokert. Sicher ist vorerst nur, dass der Bund diese Anteile an KNDS übernimmt.
Dann stehen sich zwei Staaten als Großaktionäre gegenüber, was nur im Fall Airbus geglückt ist. Nur eine Reduzierung der jeweiligen Staatsanteile auf 25 Prozent nach allen Kapitalmaßnahmen gilt als möglicher Kompromiss. Das ist abzuwarten.





