Neuer Name: Aus Siemens Energy wird Omterra

Reuters · Uhr
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Düsseldorf/München, 14. Jul (Reuters) - ⁠Der Energietechnik-Konzern Siemens Energy nabelt sich ganz von der ehemaligen Muttergesellschaft Siemens ab. Ausdruck der neuen Eigenständigkeit ist ein neuer Name für Siemens Energy und die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa: Omterra. "Der neue Name steht für die globale Aufstellung des Unternehmens, seine technologische Kompetenz und den Anspruch, weltweit zu einer verlässlichen ‌Energieversorgung beizutragen", erklärte das Unternehmen am Dienstag. Mit der schrittweisen Umbenennung soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Sie erspart Siemens Energy einen möglicherweise dreistelligen Millionenbetrag im Jahr, der ⁠der Siemens AG ⁠für die Nutzung der Markenrechte zusteht. Zudem hätten die Münchener den Lizenzvertrag nach ihrem weitgehenden Rückzug bei Siemens Energy jederzeit mit drei Jahren Vorlauf kündigen können.

"Seit unserem Börsengang war klar, dass uns die lizenzierte Marke Siemens Energy für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen würde", sagte Vorstandschef Christian Bruch. Dies und das wachsende Vertrauen des Kapitalmarktes seien der Anlass, jetzt eine eigene ‌Marke aufzubauen. Der bei der Abspaltung von Siemens 2020 ‌geschlossene Vertrag hatte eine Laufzeit von zehn Jahren. Er hätte spätestens 2027 verlängert werden müssen. Nachdem die Beteiligung der Siemens AG aber längst unter die Marke von 25 Prozent gefallen ist, hatte diese laut ⁠dem Spaltungsbericht auch ein außerordentliches Kündigungsrecht für die Nutzung der Marke. Ob sie dieses gezogen hat, ‌konnte ein Sprecher zunächst nicht sagen. Zuletzt hatte ⁠die Siemens AG ihren Anteil an Siemens Energy auf 5,5 Prozent reduziert.

Für die Lizenz stehen der Siemens AG - gestaffelt nach der operativen Rendite (Ebita-Marge) von Siemens Energy - zwischen 0,3 und 1,2 Prozent des Umsatzes zu. Anfangs war das ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag, angesichts ‌steigender Umsätze und Margen dürfte die Gebühr aber ⁠inzwischen einen dreistelligen Millionenbetrag erreicht haben. Für ⁠Siemens Gamesa gibt es einen separaten Lizenzvertrag.

"Der Name unseres Firmengründers hat uns auf dem Weg in die Eigenständigkeit Türen geöffnet und unterstützt", sagte Bruch. "Dieses Erbe bleibt für uns Inspiration und Verpflichtung zugleich, die Energiewelt von morgen aktiv mitzugestalten." In der Praxis hatte die Namensgleichheit aber vor allem im Ausland immer wieder zu Verwirrung geführt - vor allem in asiatischen Ländern, wo der Name Siemens vor allem mit Energietechnik assoziiert wird. Auch bei der Erlanger Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers gibt es Überlegungen, den Namen Siemens perspektivisch abzulegen, zumal sich die Siemens AG auch ⁠dort auf einen Minderheitsanteil zurückziehen will.

(Bericht von Tom Käckenhoff und Alexander Hübner, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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